Kreis-Ausschuss befasst sich mit den drohenden Gefahren der Afrikanischen Schweinepest

„Dann bricht der Markt zusammen“

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Aus Osteuropa kommt die Afrikanische Schweinepest dem Landkreis Stendal immer näher. Welche Auswirkungen das für den deutschen Markt haben kann, darüber diskutierte der Kreis-, Vergabe- und Personalausschuss am Donnerstag. 

Stendal. „Die Schweinepest steht vor Prag“, warnt Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter des Landrates, im Kreis-, Vergabe- und Personalausschuss vor der drohenden Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest. Die Krankheit werde in absehbarer Zeit auch Deutschland erreichen.

Jäger sollen nun mobilisiert werden, den hohen Bestand an Schwarzwild weiter zu regulieren. Der Landkreis will dies unterstützen, indem er die Kosten für Trichinenuntersuchungen übernimmt. Trichinen sind winzige, parasitäre Fadenwürmer. Eine Untersuchung kostet für einen Jäger 9,50 Euro brutto. „Aber wenn die Pest erst einmal da ist, wird es problematisch. Dann geht nichts mehr rein oder raus“, sagt Landrat Carsten Wulfänger. Und ist damit nicht der einzige, der sich diesbezüglich sorgt.

„Kriegen wir in Deutschland die Schweinepest, dann bricht der ganze Markt zusammen“, prognostiziert Frank Wiese, im Kreistag Vorsitzender der Fraktion „Landwirte für die Region/FDP“. Das Geld sei bestenfalls ein Anreiz für die Jäger, mehr Schwarzwild zu erlegen. Die grundsätzliche Schwierigkeit beginnt für Wiese weit außerhalb des Landkreises. „Das Problem sind meist Lkw aus Polen, Litauen oder anderen osteuropäischen Ländern. Dort wird relativ viel Rohwurst vom Schwein verzehrt. Darin halten sich die Erreger und wenn Reste davon weggeworfen werden, können sich Wildschweine mit der Schweinepest identifizieren“, sagt Frank Wiese.

„Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome“, schreibt das Friedrich-Löffler-Institut auf seiner Internetseite zum Krankheitsverlauf. Und erwähnt einen zentralen Aspekt, der auch Landrat Carsten Wulfänger wichtig ist. „Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich“, erklärt der CDU-Politiker unmissverständlich. „In erster Linie wird es Probleme mit dem Wildschweinen geben. Nicht so sehr mit Hausschweinen, es sei denn, es kommt zu Sabotageakten“, so Wiese.

Wie sich das Virus überträgt, weiß auch Sebastian Stoll. „Der Erreger kann sich über viele Wochen halten. Wenn betroffene Reste von Rohwurst weggeworfen werden und Schweine das fressen, kommt es zur Infektion“, so der zweite Beigeordnete, „auf Karten kann man gut erkennen, dass sich das Virus entlang der Autobahnen verbreitet.“ Die Kosten für rund 2500 veranschlagte Trichinenuntersuchungen betragen etwa 25 000 Euro. Ein Labor in Seehausen ist für die Untersuchungen verantwortlich. Wildhändler werden nicht gefördert. Pro Jagdjahr werden laut Landkreises rund 3500 Wildschweine geschossen.

Von Mike Höpfner

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