Knapp 500 Ehrenamtler kommen zusammen / Kleemann animiert zu Mut

Dank an den „Schatz der Kirche“

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Das letzte Mal gab es eine vergleichbare Veranstaltung im Jahr 2011. Etwa 500 Menschen wurden vom Kirchenkreis Stendal zu einem Ehrenamtsempfang eingeladen. 

Stendal. Zum ersten Mal seit sechs Jahren hat der Kirchenkreis Stendal seine vielen Ehrenamtler zu einem Ehrenamtsempfang eingeladen. Knapp 500 freiwillige Helfer aus dem Kirchenkreis kamen zusammen.

Der Tenor des Abends: Dank für die unermüdliche Arbeit der Ehrenamtler in den unterschiedlichsten Positionen des Alltags.

Dorit Lau-Stöber danke den Gästen in ihrer Ansprache.

Als „gut aufgestellten Kirchenkreis mit großem Engagement des Ehrenamtes“ bezeichnete Pfarrerin Dorit Lau-Stöber die heimische Institution. Alle Pfarrstellen im Kirchenkreis seien mittlerweile besetzt, es gäbe lediglich noch eine vakante Stelle im Bereich der Kirchenpädagogik. Sie dankte den Ehrenamtlern: „Sie sind der Schatz der Kirche – das wissen wir zu schätzen.“ Die Helfer engagieren sich in vielen unterschiedlichen Bereichen, ob in Kirchengemeinderäten, als Küster, in der Kirchenmusik, der Flüchtlingsarbeit, der Notfallseelsorge oder vielem mehr. Lau-Stöber: „Sie alle knüpfen mit an einem sozialen Netz vor Ort.“

Gerade der für das Bankett gewählte Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Freitag sei auch für den Empfang geeignet. Der verstorbene Bundespräsident Roman Herzog hatte den Gedenktag bei dessen Einführung nicht als Feiertag gesehen, „sondern als wirklichen Tag des Gedenkens, in einer nachdenklichen Stunde inmitten der Alltagsarbeit“. Und eben so solle man auch inmitten des Arbeitsalltags nicht vergessen, „dass Erinnerungskultur eben nicht dämlich ist“, so Lau-Stöber mit aktuellem Bezug zu entsprechenden Schmähungen der deutschen Erinnerungskultur durch den AfD-Politiker Björn Höcke.

Superintendent Michael Kleemann wählte anschließend in einer kleinen Andacht einen Vergleich zum biblischen Charakter des Petrus. Der war auch wankelmütig, zweifelnd, und, wie es Jesus einmal kritisierte, „kleingläubig“, beschrieb Kleemann. Petrus – der „Fels“ – sei oftmals auch ein ziemlich schwankender Fels in der Brandung gewesen. Was man daraus lerne: „Es braucht Mut, auch das Unmöglich zu riskieren“, sagte Kleemann. Man solle nicht glauben, man könne alles „nur, wenn wir wirklich auf festem Boden sind. Trau Dich – das Wasser trägt Dich.“ So sei es im Alltag in der Arbeit in der Gemeinde „keine Schande, wenn mal etwas schief läuft“. Stattdessen komme es darauf an, auch ohne sorgenvollen Blick auf den hoffentlich sicheren Weg einfach etwas zu wagen.

Am Abend konnten die geladenen Gäste ein Kabarett-Programm von Okko Herlyn genießen. Thema: „Dumm gelaufen – Ehrenamt in der Kirche“.

Von Kai Hasse

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