„Damit wir dem ein Ende bereiten“

Brandserie: Stendal Stadtrat lobt einstimmig 5000 Euro Belohnung aus

Bislang zum letzten Mal brannte es am Mühlenberg – wieder nachts. Fotos: Krug / Mahrhold
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Bislang zum letzten Mal brannte es am Mühlenberg – wieder nachts.

Arneburg – „Wir haben Glück, dass noch nichts mit Leib und Leben passiert ist“, hat Arneburgs Stadtoberhaupt angesichts der seit Ende Dezember grassierenden Brandserie am Dienstagabend im Stadtrat dazu aufgefordert, „gemeinsam wachsam“ zu sein.

Für den Einsatz der freiwillig Ehrenamtlichen beim meist nächtlichen Löschen der bislang insgesamt zwölf Feuer in Arneburg, nahe Billberge, in Altenzaun und bei Eichstedt (AZ berichtete) bedankte sich Lothar Riedinger (CDU) ausdrücklich.

„Die Einsatzkräfte stehen unser einer sehr großen Belastung.“Ronny HertelStadtwehrchef

Bei dem bislang letzten Feuer am 18. Mai musste mehr als sieben Stunden lang gelöscht werden. Wegen der Dauer des Einsatzes war zeitweilig die Trinkwasserversorgung in Arneburg gefährdet. Landwirte, die Wasserwagen schickten, „haben uns ganz dolle geholfen“, sagte Riedinger. Weil es inzwischen von Anwohnern mehrere Beschwerden gebe, dass es an der abgebrannten Strohballen-Scheune nach dem Einsatz noch diverse Verunreinigungen gebe, bat das Stadtoberhaupt um Verständnis. Die Eigentümer des Objekts, das eine Solaranlage auf dem Dach hatte, hätten den Zustand wegen einer ausstehenden Begutachtung durch die Versicherung zunächst nicht verändern können. Bis zum Wochenende sei geplant, dass an der Brandstelle aufgeräumt werde. Den entstandenen Schaden hatte die Polizei auf etwa 200 000 Euro geschätzt.

„Herzlichen Dank an die Jungs und Mädels“, würdigt auch Arneburgs Stadtwehrleiter die vielfachen nächtlichen Einsätze der Truppen aus der Elbestadt und der Umgebung. Sie alle stünden unter einer „sehr großen Belastung“. Aber auch die Bevölkerung unterstütze die Feuerwehrleute – mit vielen lobenden Worten oder auch „mit was Kaltem zum Trinken“, das sie vorbeigebracht hätten. Besonders dankbar seien die Truppen auch für die Unterstützung durch ortsansässige Firmen, weil es nicht selbstverständlich sei, gerade in diesen Zeiten, wo es viele besonders schwer hätten, wegen eines Feuers nachts aufzustehen, erklärte Ronny Hertel in der Ratssitzung.

Der Arneburger bedankte sich ausdrücklich bei der Hilfe von Landwirtschaftsbetrieben, die die Löschwasserversorgung unterstützten oder mit Spezialtechnik Strohballen auseinandergezogen hatten, um die Lage besser in den Griff zu griffen. „Ohne zu zu zucken oder zu murren“ seien Mitarbeiter der Betriebe aus Hohenberg-Krusemark, Schwarzholz oder Lindtorf tatkräftig gewesen. Dabei müssten wegen der Corona-Pandemie viele Arbeitgeber gerade jetzt den Laden am Laufen halten. Diese Ausnahmezeit erschwere auch den Einsatzdienst der Feuerwehrleute, die wegen der nächtlichen Brände immer wieder um ihren Schlaf gebracht wurden, obwohl sie noch am gleichen Tag am Arbeitsplatz gefordert seien.

„Damit wir dem Ende bereiten“, wie der Bürgermeister sagte, hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, 5000 Euro als Belohnung zur Ergreifung des Täters auszusetzen. Alle Hinweise müssen der Polizei mitgeteilt werden und das Geld wird auch erst ausgezahlt, wenn der Täter durch die Staatsanwaltschaft festgestellt worden sei. Wegen der „rechtlichen Modalitäten der Auszahlung“ hatte Ratsmitglied Carsten Sommer (BI Arneburg) gleich zu Beginn der Debatte auch extra nachgefragt.

VON ANTJE MAHRHOLD

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