Verein will auch beim Sachsen-Anhalt-Tag 2022 Flagge zeigen

CSD: Organisatoren in Stendal hadern mit Polizei

Falko Jentsch auf dem Demofahrzeug des CSD in Stendal.
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Falko Jentsch auf dem Demofahrzeug in Stendal.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Die Organisatoren des ersten Christopher Street Days in Stendal wundern sich über das Polizeiaufgebot. Zudem halten sie die von der Polizei veröffentlichte Teilnehmerzahl für zu gering. Und: Der CSD will auch beim Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal Flagge zeigen.

Stendal – Der Christopher Street Day (CSD) Magdeburg, ein Verein, will beim Sachsen-Anhalt-Tag im Juli nächsten Jahres in Stendal Flagge zeigen.

Der erste CSD in der Stadt am Sonnabend (18. September 2021) habe dafür noch einmal den nötigen Rückenwind gegeben, sagt Falko Jentsch der AZ. Gewundert hätten sich die Organisatoren an diesem Tag über die schiere Anzahl von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes. „Das erschien uns doch ein wenig martialisch und übertrieben.“ Auch habe die Teilnehmerzahl der Demonstration geschätzt bei gut 400 gelegen, die Polizei hatte sie offiziell mit circa 180 angegeben. Gefehlt habe ihm zudem die Regenbogenfahne vor dem Landratsamt. „Sie war übergeben worden und eigentlich sollte nicht nur am Rathaus und am Winckelmann-Gymnasium eine Fahne wehen. Nun gut, wir haben sie in dem Moment am Landratsamt einfach nicht gesehen. Schade irgendwie.“

Dragqueen Tatjana Taft kommt auf dem Markt an. Sie fährt in einem Cabrio dem Umzug in Stendal voran.

Dass Dragqueen Tatjana Taft vor ihrem Auftritt und „noch in Zivil“ nahe dem Marktplatz einen „dummen Spruch kassiert“ habe, gehöre zu den weniger schönen Dingen der Stendaler Premiere. „Aber genau deshalb und wegen anderer Anfeindungen, die uns alle treffen können, machen wir solche Veranstaltungen ja auch. Wir sind laut und schrill, klären auf und kämpfen gegen Diskriminierung queerer Menschen“, betont Jentsch gegenüber der AZ.

Der gebürtige Altmärker mischt in der Szene kräftig mit, sitzt unter anderem im Vorstand des CSD Magdeburg, der die Veranstaltung 2021 nach Stendal getragen hatte (die AZ berichtete).

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