Eingangsuntersuchung der Lernanfänger

Corona: Schularzt in Stendal muss flexibel sein

Ein Mädchen absolviert bei der Schuleingangsuntersuchung einen Sehtest.
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Sprache, Motorik und Wissensstand: Auch ein Sehtest gehört zur Einschulungsuntersuchung. Das Ganze dauert in der Regel eine gute halbe Stunde.
  • Marco Hertzfeld
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Ein Jahr vor dem Lernstart müssen Kinder dem Schularzt vorgestellt werden. Corona und all die Herausforderungen wirken sich auf die Schuleingangsuntersuchungen aus. Der Landkreis Stendal sieht sich noch in der Spur. Flexibel müsse der medizinische Dienst allerdings schon sein.

Stendal – In einigen Landesteilen sollen die Eingangstests der künftigen Abc-Schützen wegen Corona ziemlich schleppend vonstattengehen. Der Landkreis Stendal sieht sich einigermaßen in der Spur. „Derzeit laufen die Schuleingangsuntersuchungen der Kinder planmäßig und auch nach Zeitplan. Ausfälle wegen Krankheit werden wie jedes Jahr nachgeholt.“ Aber natürlich fordert die Pandemie auch das ostaltmärkische Gesundheitsamt in diesem Bereich anders als in Jahren ohne Corona: „Es muss verstärkt spontan reagiert werden, da Kinder, Eltern oder ganze Kindergartengruppen plötzlich in Quarantäne sind“, teilt Kreissprecherin Angela Vogel auf Nachfrage der AZ mit.

Ganze Kitagruppen in Quarantäne

Außerdem sei auch medizinisches Personal des Jugendärztlichen Dienstes betroffen, indem es selbst erkrankt sei oder die Kinder krank oder in Quarantäne müssten. „Dadurch sind Verzögerungen nicht auszuschließen. Die vollständige Schuleingangsuntersuchung sollte bis zum Sommer, bis auf Nachzügler wie jedes Jahr, aber zu schaffen sein“, zeigt sich Vogel nach Rücksprache mit den Kollegen im Fachamt optimistisch. Aktuell werden die Kinder untersucht, die im Sommer 2022 mit der Schule beginnen. Pro Jahr durchlaufen 800 bis 950 Mädchen und Jungen diese Untersuchung. „Die personelle Ausstattung des Jugendärztlichen Dienstes ist ausreichend und gut.“

Untersuchungen bislang im Zeitplan

Die Einschulungsuntersuchung ist gesetzlich vorgeschrieben. Ziel sei es, gesundheitliche Einschränkungen wie zum Beispiel eine Sehstörung und Entwicklungsdefizite etwa bei Feinkoordination und Sprache festzustellen, um die Kinder gezielt behandeln und fördern zu können. „Sodass sie einen guten und gleichberechtigten Schulstart mit den anderen Kindern haben“, erläutert die Kreissprecherin. Für das Jahr 2021 sind 920 Einschuluntersuchungen in Ostaltmark und Elb-Havel-Winkel geplant.

Und übrigens: Die Schuleingangsuntersuchungen finden in keinem Fall in Kitas statt. Das Gesundheitsamt führt sie im Regelfall in den Schulen durch, in welche die Kinder eingeschult werden sollen. Darüber hinaus werden bei Bedarf oder organisatorischer Notwendigkeit auch Termine im Gesundheitsamt vereinbart. Davon kann laut Kreisverwaltung nun Gebrauch gemacht werden, wenn an den Grundschulen zeitlich begrenzt kein Präsenzunterricht erlaubt ist.

Die sogenannten Reihenuntersuchungen der Drittklässler und der Sechstklässler sind ausgesetzt. Der Schulbetrieb im Landkreis Stendal ruht wegen der Coronabeschränkungen weitgehend. Jeweils 800 Kinder der Klassenstufen haben die Kreismediziner auf dem Zettel.

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