Gesundheitsamt: Herausforderungen teilweise nicht mehr zu bewältigen

Coronawelle trifft Stendal

Das Gebäude in dem das Gesundheitsamt des Landkreises Stendal untergebracht ist. Ein Schild steht davor, dass darauf hinweist.
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Das Stendaler Gesundheitsamt hat derzeit viel mit der Kontaktverfolgung zu tun.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Die steigenden Inzidenzzahlen haben auch den Landkreis Stendal erreicht. Für das Gesundheitsamt ist die Arbeit zum Teil eine nicht mehr zu bewältigende Herausforderung. Deshalb muss das Amt neue Maßnahmen ergreifen.

Stendal – Die neue Coronawelle hat auch den Landkreis Stendal erreicht. Mit Stand von Mittwochabend verzeichnet das Gesundheitsamt 382 positiv Getestete und 276 Kontaktpersonen. Damit befänden sich derzeit 658 Menschen in Quarantäne.

„Die derzeitige Strategie der Kontaktpersonennachverfolgung – eine umfassende Ermittlung aller Kontaktpersonen – ist sehr zeit- und kostenintensiv“, erklärt Kreissprecherin Jana Hennig in einer Mitteilung. Die Entwicklung der vergangenen Wochen stelle das Gesundheitsamt daher vor eine „zum Teil nicht mehr zu bewältigende Herausforderung.“ Um einen Teil der Last vom Team zu nehmen, treten für die Bevölkerung mehrere Maßnahmen in Kraft, für die das Gesundheitsamt um Verständnis bittet: Bürger, die sich als Kontaktperson in Quarantäne befinden, werden gebeten, sich sofort und umgehend beim Corona-Team unter Tel. (03931) 352 49 84 zu melden, wenn sie während ihrer Quarantänezeit Symptome entwickeln. Es folgt dann ein Rückruf des Gesundheitsamtes, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Sollte der Gesundheitszustand eine ärztliche Behandlung erfordern, werden Betroffene gebeten, sich an ihren Hausarzt oder den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 zu wenden. Das Gesundheitsamt kann keine Behandlung übernehmen.

Bei der Kontaktpersonennachverfolgung kann es zu Verzögerungen kommen, denn diese erfolgt nach Priorisierung. Vorrang hätten dabei Personen in Pflegeeinrichtungen, der ambulanten Pflege sowie in Einrichtungen mit Menschen mit Behinderung. „Allen Personen, die sich in Quarantäne befinden wird versichert, dass sie eine Quarantänebescheinigung erhalten“, informiert der Landkreis weiter.

Entfallen muss zunächst die Möglichkeit der Freitestung am fünften Tag der Quarantäne bei asymptomatischen Kontaktpersonen. In dringenden persönlichen Fällen, wie beispielsweise einer Beerdigung, sei jedoch nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt weiterhin eine Freitestung möglich.

Wenn in der Schule ein positiver Corona-Fall bekannt wird, können Schüler, unmittelbare Sitznachbarn und Lehrer als Kontaktpersonen weiterhin die Schule besuchen. Dafür gelten jedoch drei Voraussetzungen: Symptomfreiheit, ein täglicher Schnelltest sowie das Tragen von Masken in der gesamten Kohorte.

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