Corona-Test auf dem Autositz: Unternehmer-Initiative in Stendal schafft Kapazitäten

„Werden noch mehr testen müssen“

Corona-Schnellteststation am 19. Mai 2021 in Stendal auf Parkplatz neben Fitnessstudio eröffnet.
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Schnellteststation Stendal 20. Mai 2021 zweiter Betriebstag.JPG
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Stendal – „Wir wollen die Apotheken entlasten“, hat Thomas Kühn Donnerstagmittag das Treiben auf dem Parkplatz von seinem Bürofenster genau im Blick.

Gerade seien zwei Testwillige mit dem Fahrrad eingetroffen, etwa zeitgleich fahre eine Dame im Cabrio vor, die schon vorgestern, am Eröffnungstag, einen Antigen-Schnelltest machen ließ. Selbst eine komplette Berufsschulklasse habe schon gebucht. In nur anderthalb Wochen habe der Fitnessstudio-Inhaber mit seinem Partner Rico Festerling und dank Unterstützung örtlicher Geschäftsleute mitten im größten Wohngebiet der Kreisstadt eine Corona-Schnellteststation quasi aus dem Boden gestampft. Angesichts sinkender Inzidenzwerte und bevorstehender Öffnungsszenarien „werden wir mehr testen müssen“, ist Kühne überzeugt. Der Bedarf sei riesig, weil die Leute nach monatelangen Pandemiebeschränkungen „ein Stückchen Freiheit“ wiedererlangen wollten, schildert der Unternehmer im AZ-Gespräch.

Weil zum Aufbau- und Organisationsteam mit Matthias Günther ein bekanntes Gesicht aus der Stendaler Clubszene mitwirkt, mache sich partysehnsüchtiger Nachwuchs mit der neuen Schnellteststation Hoffnung auf baldige Kollektivvergnügen. Termine für den sogenannten Drive-in-Schalter, an dem Testwillige ihr Coronakontrollstäbchen im Auto sitzend verabreicht bekommen, können über das Internet auf der Seite www.schnelltestaltmark.de auch mit dem Mobiltelefon gebucht werden. Das Prozedere gleicht dem digitalen Konzertkartenkauf und wird über ein Portal möglich, das damit bereits Erfahrung hat. Aber auch für weniger internetwillige Testkandidaten gibt es in der neuen Schnellteststation eine Abteilung: den „Walk-in“-Bereich, der auch von nicht mit dem Auto eintreffenden Klienten genutzt werden kann.

„Das gesamte Personal ist geschult“, betont Mitbetreiber Thomas Kühn.

„Das Personal ist geschult, sonst hätte es keine Genehmigung gegeben“, betont Kühn. Die Idee für das Angebot hätten sich die Beteiligten bei vergleichbaren Einrichtungen in Magdeburg abgeschaut. Dass die Rolandstadt nun an einem gut erreichbaren Ort über mehr Testkapazitäten (weitere Testmöglichkeiten: siehe Infokasten) verfügt, liege auch daran, dass die Betreiber erfahrene Unternehmer seien, die „selbst und ständig“ aktiv seien und auch in der Lage seien, den Schnelltestbetrieb wochenlang vorzufinanzieren. 30 Tester zählte die Station am Starttag, der auf das Datum fiel, an dem der Landkreis erstmals seit Wochen wieder einen zweistelligen Inzidenzwert (79) vorweisen konnte. Unter den 30 Premieren-Klienten habe es laut Kühn zwei positive Testergebnisse gegeben, wovon daraufhin ein Ergebnis per PCR-Test als positiv bestätigt worden sei. PCR-Tests gelten als „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Teststäbchen führt medizinisches Personal. Die Auswertung der Proben erfolgt durch Labore.

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