Bei Zweitimpfung für Polizisten: Öffentlichkeit unerwünscht

Ein Wegweiser vor Bäumen und dem blauen Himmel zeigt die Richtungen zum Stendaler Impfzentrum, dem Johanniter-Krankenhaus und dem Hufeland-Haus.
+
Wo das Stendaler Impfzentrum zu finden ist, ist öffentlich bekannt. Daraus, an welchem Ort die 330 Polizisten ihre Zweitimpfung erhalten, macht der Landkreis jedoch ein Geheimnis.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
    schließen

Ab heute sollen die 330 Polizisten, die bereits gegen Corona geimpft wurden, ihre Zweitimpfung erhalten. Wann und wo genau teilt der Landkreis auf Anfrage nicht mit. Der Ort bleibt ein Geheimnis. 

Stendal – Heute soll es so weit sein: die ersten der 330 geimpften Polizisten erhalten ihre Zweitimpfung. Auch für morgen ist ein Impftag geplant. Genauere Informationen zur Aktion wird es erst im Nachgang geben – die Öffentlichkeit ist bei diesem Termin unerwünscht.

Auf Anfrage dieser Zeitung, bei den Impfungen wegen des großen öffentlichen Interesses, das die Vorgänge auch bundesweit erregt haben, dabei zu sein, antwortete der Landkreis, dass eine Presseteilnahme nicht möglich sei. „Viele der Polizisten, die die Erstimpfung erhalten haben sind verunsichert und machen sich Vorwürfe, dass sie die Impfung angenommen haben. Auch Polizisten haben natürlich gefährdete Eltern oder Großeltern in ihrer Familie“, antwortete Angela Vogel, Leiterin des Büros des Landrats, für die Kreisverwaltung. Außerdem sei der Datenschutz zu beachten: Zum Schutz der Mitarbeiter des Impfzentrums und der Beamten werde von einer Pressebegleitung abgesehen. Bei Pressebesuchen zum Impfauftakt hatte die Kreisverwaltung jedoch keine Einwände. Aus demselben Grund werde der Landkreis keine Termine oder Orte bestätigen, sagte jedoch zu, unmittelbar im Nachgang der Aktion die Medien zu informieren.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten im Nachgang zur Polizistenimpfung: Für die Dokumentation des Impfvorgangs konnten Erkenntnisse zum Personal- und vor allem Technikbedarf ermittelt werden. Die Durchlaufzeiten für Impfungen und die entsprechende Aufklärung konnten ermittelt und optimiert werden. Eine Rekonstitution des Impfstoffes innerhalb kurzer Zeit und großer Stückzahl wurde mit der Maßnahme überprüft. Auch die notwendige Nachbetreuung konnte damit getestet werden. „Insgesamt spiegeln sich all diese Erkenntnisse im Personal und Materialbedarf wieder und führten teilweise zu Beschaffungen beziehungsweise organisatorischen Vorkehrungen“, erläutert Vogel.

Die dezentrale Großimpfaktion steht trotz dieser gewonnenen Erkenntnisse noch auf wackligen Füßen. Sie werde stattfinden, sobald verlässlich und planmäßig ausreichend Impfstofflieferungen von Biontech/Pfizer in Aussicht stehen. Bisher lägen dem Landkreis noch keine gesicherten Informationen dazu vor. Einen Hinweis auf den möglichen Zeitraum gibt es dennoch: Die für die Aktion notwendige Terminsoftware werde in den kommenden Wochen geliefert und vor dem Einsatz ausgiebig getestet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare