Viele Termine bereits ausgebucht

Weg mit der Mähne: Friseure nach Lockdown wieder offen

Ein Mann in Lederjacke und Tarnhose steht in einer Schneelandschaft.
+
Eine Lockdown-Mähne hat auch Vorteile: Gestellte Schneefotos erhalten so einen unbestreitbaren und unverwechselbaren Charme.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
    schließen

Seit Dezember waren die Friseure deutschlandweit geschlossen. Seit gestern dürfen sie wieder öffnen. Termine sind jedoch Mangelware. Einige Glückliche konnten sich schon am ersten Tag einen sichern. 

Stendal – Wer schnellstmöglich wieder kurze Haare haben will, musste schnell sein: Die meisten Friseurtermine waren bereits im Voraus vergeben.

Ohne Anmeldung geht gar nichts – das ist eine der Voraussetzungen, wer sich aktuell die Haare schneiden lassen will. Manch ein Kunde hat Glück und kann noch einen der wenigen freien Termine in der laufenden Woche ergattern. Größtenteils muss jedoch auf die kommende Woche verwiesen werden. Trotz des großen Termindrucks wollte Obermeisterin der Friseur-Innung Kerstin Prause nicht so weit gehen, wie einige andere Salons: Diese hatten, bereits um Mitternacht geöffnet.

Kurzgeschoren und ordentlich: Unter der dichten Wolle kommt ein Mensch zum Vorschein.

Einer von den Glücklichen, die schon gestern einen Termin haben konnten, war ich selbst. Frei unter dem Motto: Wenn ich mich ohnehin anmelde, um über den ersten Öffnungstag nach dem Lockdown zu berichten, kann ich mich ja auch selbst auf den Stuhl setzen. Mit einer mittlerweile tollen Mähne, die mindestens seit Oktober nicht mehr gestutzt wurde und einem Bartwuchs, dem – natürlich extra für diesen Anlass – freier Lauf gelassen wurde, lohnt sich das wenigstens.

Ich hatte schon fast vergessen, wie das ist. Klar, Maske auf- und Brille absetzen. Das ist so ähnlich wie Fahrradfahren und unverlernbar. Dann auf dem Stuhl platznehmen und sich von der Obermeisterin der Friseur-Innung zudecken lassen. Als dann der Rasierer anfängt zu summen und die ersten Haare fallen, gesellt sich im Salon ein weiteres, eher ungewöhnliches Geräusch dazu. Der extra für den besonderen Anlass früh aufgestandene Kollege aus der Sportredaktion knipst ein paar Fotos. Früher konnte ich mich immer damit brüsten, dass ich ein ganz unkomplizierter Kunde bin. Seit ich mich jedoch vor einigen Jahren für einen Irokesenschnitt entschieden habe, ist es ein wenig komplizierter geworden. Zwei Millimeter an den Seiten, oben kürzer – leider ohne genaues Maß. Mehr nach Lust und Laune. Hauptsache die Haare sind so kurz, dass sie ohne großen Aufwand innerhalb weniger Minuten gestylt werden können, dabei aber lang genug bleiben, dass es ein wenig fluffig ist. Trotz der eher ungenauen Umschreibung kommen wir zu einem Ergebnis, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind.

Als eine der ersten Kundinnen am Montagmorgen lässt sich Eveline Tambach die Haare färben.

Eine der ersten im Salon ist, neben mir natürlich, Eveline Tambach. Sie hat sich direkt einen 8 Uhr Termin sichern können, für den es auch wirklich Zeit wurde, wie sie erklärt. Tatsächlich hatte sie Glück. Noch am 15. Dezember, also dem letztmöglichen Termin im vergangenen Jahr, war sie zum Haarefärben da. Kurz bevor fast schon spontan der verschärfte Lockdown einsetzte. „Kopp muss immer schön sein“, pflichtet ihr Friseurmeisterin Stephanie Schlicht bei, die mit einem Pinsel neue Farbe auf den Haaransatz aufbringt. Das gehöre einfach zum täglichen Wohlbefinden dazu: Morgens beim ersten Blick in den Spiegel etwas zu sehen, worüber man sicht freuen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare