Inhaberin fühlt sich unfair behandelt

Cont-Trans zieht Gelbe Tonnen von Restaurant ein

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Gelbe Tonne eingezogen: Karina und Raminder Singh müssen die Säcke selbst entsorgen und fühlen sich vom Entsorger unfair behandelt. Das Tangerhütter Unternehmen Cont-Trans wirft den Restaurantbetreibern dagegen „renitent falsches“ Verhalten vor.

Stendal. Um die gelbe Tonne und die damit verbundene Entsorgung von Leichtverpackungen ist wieder einmal ein Streit entbrannt. Die Fronten sind nach wochenlangen Auseinandersetzungen verhärtet.

Nicht nur das Tangerhütter Entsorgungsunternehmen Cont-Trans sondern auch Unternehmerin Karina Singh sieht sich im Recht.

Singh betreibt in Stendal seit Dezember 2014 ein Restaurant. „Aber seit sechs Monaten haben wir nur Stress mit Cont-Trans“, ärgert sich Singh, die das Restaurant zusammen mit Ehemann Raminder betreibt. „Jetzt ist es soweit, dass sie uns unsere zwei Gelben Tonnen einfach weggenommen haben“, so Singh.

Sie räumt ein, im Januar einen Mängel-Aufkleber auf einem gelben Sack vorgefunden zu haben. Mängel-Aufkleber bringen die Mitarbeiter des Entsorgers immer dann an, wenn Sack oder Tonne falsch befüllt wurden. „Wir haben die Gelben Tonnen ja überhaupt erst nach Ostern bekommen, obwohl wir eigentlich einen 1100-Liter-Container beantragt hatten“, sagt Karina Singh im AZ-Gespräch, „kein Mensch ist perfekt, aber diesmal war alles in Ordnung.“

Thomas Winter, Verantwortlicher bei Cont-Trans, kennt die Problematik vor Ort. „Die Dame hat von Anfang an völlig vermüllte Säcke rausgestellt.

Sie hat von uns insgesamt sechs rote Aufkleber bekommen und die Abfallberatung war schon zweimal im Restaurant zu Besuch“, entgegnet Winter den Behauptungen Singhs. In jedem der acht Entsorgungszyklen in diesem Jahr habe es Probleme mit den Restaurantbetreibern und deren Verpackungsmüll gegeben.

„Da steckten Waschlappen und Schwämme aus der Küche in den Säcken. Das wird von unseren Mitarbeitern vor Ort dokumentiert“, berichtet Winter. Ob ein Gewerbe Container oder Tonnen erhält, entscheide sich nach der anfallenden Abfallmenge. „Wenn man das System so renitent falsch benutzt, werden die Tonnen irgendwann eingezogen. Dazu sind wir verpflichtet“, sieht sich der Cont-Trans-Projektleiter im Recht.

Karina Singh musste die übrigen Säcke selbst bei der Abfallannahme an der Osterburger Straße abliefern. „Den Arbeitsausfall dafür zahlt mir Keiner. Aber wir müssen auch an unseren Ruf denken, das Restaurant ist unsere Existenz“, sagt Karina Singh. In der Deponie der Abfallentsorgung des Landkreises Stendal habe sie ihre Säcke anstandslos abgeben können.

Von Mike Höpfner

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