Tierschützerin vermisst schärfere Regeln für Unternehmen

Circus Probst schlägt in Stendal eisiger Wind entgegen

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Proteste von Tierschützern gegen Circus Probst vor annähernd zwei Jahren in Osterburg.

Stendal – Dem renommierten Circus Probst schlägt schon vor seinem Gastspiel Ablehnung und nicht allein Sympathie entgegen.

„Immer wenn ein Zirkus mit Tieren in unsere Stadt kommt, dreht sich mir der Magen um“, lässt Kathrin Ludwig, Mitglied des Tierschutzvereins Nördliches Sachsen-Anhalt, wissen.

Artgerechte Haltung sehe anders aus. Neben Pferden seien Exoten wie Zebras, Kamele, Dromedare, Lamas und sogar ein Emu angekündigt. „Auslauf auf einer saftig grünen Frühsommerwiese werden die Tiere dabei nicht haben. Höchstwahrscheinlich erleben sie so etwas Natürliches überhaupt niemals“, meint die Stendaler Tierschützerin.

„Tiere vom Bauernhof“ laute eine der Programmnummern. „Beschämend, wenn Rinder, Esel und Ziegen dafür permanent das Eingesperrtsein in Käfigen, ungezählte Autobahnkilometer auf Transportern und viel zu laute Zirkusmanegen erdulden müssen“, ist die Altmärkerin überzeugt. Kunststücke mit Pferden und wilden Tieren würden oftmals nicht allein mit Leckerli einstudiert.

„Auch sind es eher gefährliche Werte, die Kindern vermittelt werden, wenn es scheinbar in Ordnung ist, Tiere mit Peitsche und Stock zu unterwerfen.“ Ein Gesetz zur Zirkushaltung in Deutschland gebe es nicht, lediglich Leitlinien. „Viele europäische Länder verfügen über solch ein Gesetz, jüngst hinzugekommen sind Irland und Schottland.“ Mehr als 100 deutsche Gemeinden hätten aber per Stadtratsbeschluss festgelegt, Wildtierzirkusse auf kommunalen Flächen nicht mehr zuzulassen, meint Ludwig.

In Stendal gibt es eine solche Initiative in Stadtrat oder aus der Stadtverwaltung heraus nicht. Circus Probst gastiert vom 13. bis 16. Juni in Stendal. Probst gehört in Deutschland zu den drei führenden Zirkussen mit Tierdarbietungen.  tz

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