Saisonstart im Freibad Werben: Schluss mit „DDR-Standard“ im Sanitärtrakt

Ein bunter Vogel im hohen Norden

„Hallo, Hallo!“ Karibisches Flair mit einheimischer Begrüßungsformel bringt Papagei „Lorchen“ fürs AZ-Foto in die idyllische Kulisse des Werbener Freibads. Zum Saisonstart hat Schwimmmeister-Gattin Eva den bunten Vogel auf seinen Stammbaum am Schwimmbecken gesetzt. An dem 32 Jahre jungen Tier erfreuen sich viele Badegäste.

Werben. „Man nennt uns oft „Die Verrückten’!“ Schmunzelnd gleiten Marion Koch und Brigitte Kusch Freitagvormittag als erste Werbener Freibadgäste durch zartblaues 16-Grad-Nass.

Auf seinem Stammbaum gut in Sichtweite plustert „Lorchen“, der karibische Pool-Star des hohen Landkreis-Nordens, derweil sein prächtig-buntes Federkleid. 15 Grad Außentemperatur sind für einen waschechten Papagei einfach zu maikühl.

Während die Schönbergerin mit ihrer Mitschwimmerin aus der Hansestadt das nun wieder täglich, einstündige Bahnen-Pensum fortsetzt, blickt Bürgermeister Jochen Hufschmidt (parteilos) mit Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Chef Eike Trumpf (CDU) auf die fast vollendete erste Teilsanierung des Sozialgebäudes im angrenzenden Campingplatz. Mit voraussichtlich rund 45 000 Euro Eigenmitteln beendete die Hansestadt üblen „DDR-Standard“.

Auf Vordermann gebracht wurde mit einem, wie es heißt, „hohem Anteil an Eigenleistungen“ zunächst der Sanitärbereich. Unter tatkräftiger Mithilfe von Schwimmmeister Klaus Gehrke und seiner Frau Eva hielten neue Fenster aus Gohre bei Stendal Einzug, kümmerte sich ein Eichstedter Elektrobetrieb um die Stromversorgung und erledigte eine Werbener Baufirma Roh- und Trockenbau- sowie Fliesenarbeiten. „Es war dringend nötig und der Zustand vorher abschreckend“, ist Hufschmidt froh, dass die Finanzierung aus „eigenen Mitteln“ geglückt ist. Für die Unterstützung bedankt sich der Bürgermeister bei den Gehrkes und bei Bauamtsmitarbeiter Heinz-Peter Müller. „Das ist schön geworden, wirklich toll“, lobt der Verbandsgemeindebürgermeister beim Rundgang durch Umkleiden, Duschen und WC-Abteile. Nur zwei Feuchtraumtüren und ein paar Griffe fehlen noch. Für die noch ausstehende Sanierung des zweiten Gebäudeteils hofft Trumpf auf Fördermittel für 2016 aus dem Leader-Programm.

Auch für die endgültigen Aufbau schon lange geforderter Hinweisschilder will sich Trumpf nun einsetzen. Stadtrat Bernd Schulze (UWG) bekräftigte bei der Sanitärtrakt-Einweihung, dass zwei Infotafeln dringend am Deich für die Radtouristen sowie an der Zufahrt neben der Landstraße aufgestellt werden sollten. „Sonst kriegen viele nicht mit, dass es in Werben einen Campingplatz mit Freibad gibt.“ Ex-Bürgermeister Dr. Volkmar Haase kann sich eine weitere Tafel auch an der Schiffsanlegestelle vorstellen.

Das Reich von Schwimmmeister Gehrke öffnet täglich von 10 bis 20 Uhr. Auch die Gaststätte nimmt ihren Betrieb auf, ist der Bürgermeister froh.

Von Antje Mahrhold

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