Nur rund eine Million Besucher an den fünf Standorten: Ein Drittel weniger als kalkuliert

Buga: Zehn Millionen Euro Verlust

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Nicht immer kamen bisher so viele Besucher zur Bundesgartenschau (Buga) wie hier in Brandenburg an der Havel, wo man mit Schiffen auf das Ausstellungsgelönde übersetzen muss.

Havelland. Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Bundesgartenschau 2015 wird voraussichtlich zehn Millionen Euro Miese machen.

Das gaben die Zwecksverbandsvorsitzende und Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Thiemann, und Geschäftsführer Erhard Skupch gestern bekannt. Statt der erhofften 1,5 Millionen Besucher werden nur noch etwas mehr als eine Million zahlende Gäste erwartet. Dadurch lägen auch die Einnahmen um ein Drittel unter dem kalkulierten Betrag.

Den Verlust müssen die Beteiligten Kommunen Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow und Havelberg gemeinsam ausgleichen. Der Schlüssel des zuzuschießenden Betrages richtet sich nach der Einwohnerzahl. Mit einer Nachzahlung von 600 000 Euro rechnet Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski. „Das ist für uns kein Pappenstiel“, sagte er der Altmark-Zeitung. Poloski hofft auf Unterstützung durch die Landesregierung. Als einziger Buga-Standort in Sachsen-Anhalt habe Havelberg nicht nur zum Imagegewinn für das Land beigetragen, sondern auch andere positive Effekte erzielt. Durch die 800 rund um die Veranstaltung zusätzlich Beschäftigten sei zum Beispiel ein Gewerbesteuerplus von knapp 50 Prozent verbucht worden. Auch die Tourismusbranche in angrenzenden Regionen verzeichnete ein sattes Plus.

Betrachtet man die Besucherstatistik genauer, dürfte die Hansestadt im Landkreis Stendal der heimliche Star dieser Bundesgartenschau sein. Alle Ticketarten und Mehrfachnutzungen zusammengezählt, verzeichnete der Standort Havelberg knapp eine halbe Million Besuche. Das mehr als zehnmal größere Brandenburg brachte es „nur“ auf eine Million. Insgesamt drehten sich die Buga-Drehkreuze knapp 2,4 Millionen Mal.

Unter dem Strich sei die Veranstaltung für die Region ein Erfolg, sind sich die Verantwortlichen einig. „Das Konzept war völlig neu. Die Idee hat getragen“, sagte Dietlind Thiemann.

Von Christian Wohlt

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