Polizei sieht unruhiges Wochenende: GSD-Aufmarsch in Magdeburg und Demonstration in Stendal

„Bürgerbewegung“ wirbt für Nazi-Hools

GSD-Demonstranten vor einigen Monaten in Erfurt. Foto: dpa

Magdeburg / Stendal. Die deutschtümelnde „Bürgerbewegung Altmark“ wirbt auf ihrer Internetseite für den Aufmarsch von Nazi-Hools und weiteren Rechtsradikalen heute Nachmittag in Magdeburg.

Der Verein „Gemeinsam-Stark Deutschland“ (GSD), eine Abspaltung der „Hooligans gegen Salafisten“, kurz HoGeSa, mobilisiert bundesweit für die Veranstaltung auf dem Domplatz. Die HoGeSa hatte im Oktober 2014 für Schlagzeilen gesorgt, nachdem es in Köln zu einer regelrechten Straßenschlacht mit der Polizei gekommen war. Eineinhalb Jahre danach haben sich nun die Sicherheitsbehörden in Sachsen-Anhalt auf einen Großeinsatz vorbereitet, wenngleich sie nicht mit von den GSD-Anmeldern angegebenen bis zu 1500 Teilnehmern rechnen. „Bei vergleichbaren zwei Veranstaltungen zuvor blieb die Zahl der Leute dann doch deutlich hinter den Ankündigungen zurück“, sagt Magdeburgs Polizeisprecher Frank Küssner der AZ.

Dennoch könnte das Wochenende ein heißes für die Sicherheitskräfte werden. Denn: Auch Autonome und Linksradikale aus der gesamten Republik zieht es in die Landeshauptstadt. Sie dürften die direkte Konfrontation mit Nazi-Hools und Polizei suchen. „Wir sind auf alles vorbereitet.“ Das Antifa-Bündnis „Regina – Raver Europas gegen idiotische Nazis im Abendland“ hat eine Gegendemonstration angemeldet, Bündnis 90 / Die Grünen eine weitere. Zwischenzeitlich war von einer Absage der GSD-Veranstaltung die Rede. Ob die Antifa für die Falschinformationen bei Anmeldebehörden und Radiosendern verantwortlich ist, vermag Polizeisprecher Küssner noch nicht zu sagen. Der heutige Aufmarsch steht unter dem Motto „Gegen linke Gewalt und Asylmissbrauch“. Im Januar hatten mutmaßlich Linke in Oschersleben Neonazis überfallen und verletzt.

Welche Rolle die selbst ernannte Bürgerbewegung Altmark in Magdeburg spielt, bleibt abzuwarten. Wie berichtet, planen Martin Knaak und Gesinnungsgenossen für den morgigen Sonntag eine eigene Demonstration in Stendal. Auch in der Rolandstadt will sich Gegenprotest formieren.

Von Marco Hertzfeld

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