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Bürger im Kreis Stendal zeigen sich spendenbereit

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Von: Stefan Hartmann

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Spendenannahme in Stendal
Frank Nieclaus aus Schwarzholz (Mitte) gehört zu den ersten, die nach der offiziellen Eröffnung der Sammelstelle vorfahren und Spenden übergeben. © Hartmann, Stefan

Während die anderen Spendenannahmestellen im Landkreis Stendal bereits in der vergangenen Woche öffneten, hat die in Stendal jetzt nachgezogen. Geöffnet wurde um 12 Uhr, aber die ersten Spender kamen bereits um 9 Uhr. 

Stendal – „Die ersten waren schon um 9 Uhr da“, erklärt der städtische Mitarbeiter Kai Freidank. Eigentlich hätte die Spendensammelstelle für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine am Langen Weg 8 erst Montagmittag um 12 Uhr öffnen sollen.

Immer wieder bildet sich eine kurze Schlange am hinteren Teil des Gebäudes. Die Spendenbereitschaft ist groß bei den Bewohnern des Landkreises, die ihre Autos, Transporter und Anhänger mit Kisten, Kartons und Säcken füllen, um Flüchtlingen eine bessere Ankunft in der Altmark zu ermöglichen.

Teilweise sind sie dafür extra einkaufen gegangen, wie die Roswitha Seeber aus Wittenmoor, die einen Korb voller Hilfsgüter aus ihrem Auto hebt. „Lotion, Tee, Zahnpasta, Zahnbürsten, Duschbad“, zählt sie auf, was sie alles mitgebracht hat. Es sei einfach unglaublich, was Putin sich in der Ukraine erlaube. Da müsse sie etwas zur Hilfe beitragen. Ähnlich sehen es auch Heinz und Regina Rudel aus Groß Schwarzlosen. Sie haben mehrere Säcke mit Kleidung gefüllt. Warme Sachen, Anoraks, Pullover, Schuhe – in getrennten Säcken für Männer und Frauen sortiert und beschriftet, erklärt Regina Rudel bereitwillig. Auch nicht fehlen dürften Hygieneartikel für Frauen, stellt sie fest. Ebenfalls gesondert verpackt und beschriftet. Seinen Transporter gefüllt hat auch Frank Nieclaus aus Schwarzholz. Er hat einen 110 Quadratmeter großen Boden, erklärt er. Da sammelten sich einige Sachen an, die einfach zu schade zum Wegwerfen seien. Und jetzt könnten sie einem guten Zweck dienen. Er habe bereits in der vergangenen Woche etwas zu einer Spendensammlung in Busch gebracht und konnte trotzdem noch eine Matratze, Federbett, Staubsauger und Küchenzubehör nach Stendal bringen. Ebenfalls nicht tatenlos zusehen könne eine Stendalerin, die unter anderem Bettwäsche, Gardinen und Kleidung für Kinder mitgebracht hat. Die Angst vor dem Krieg sei nicht weggegangen, erklärt sie. Noch heute könne sie die Sirenen aus ihrer Erinnerung hören.

Die Spendenannahmestelle in Stendal ist wochentags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet und wird von Mitarbeitern der Hansestadt betreut. Eine Kontaktaufnahme ist bei Bedarf per E-Mail an spende@stendal.eu möglich.

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