„Zeichen für Menschlichkeit“

Bündnis „Herz statt Hetze“ versammelt 60 Teilnehmer auf dem Stendaler Marktplatz

Zügig versammelten sich dutzende Menschen auf dem Stendaler Marktplatz.
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Zügig versammelten sich dutzende Menschen auf dem Stendaler Marktplatz.

Stendal – Nachdem bekannt wurde, dass das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in Flammen stand, dauerte es nicht lange. Schnell hatte das Bündnis „Herz statt Hetze“ eine Mahnwache auf dem Marktplatz organisiert und kurzfristig dazu eingeladen.

„Wir sind mittlerweile erfahren“, berichtet Mitorganisator Gregor Laukert dazu. Wenn das Ordnungsamt sicher gehen könne, dass sich die Organisatoren auskennen, könne so etwas auch schnell bewilligt werden. „Eigentlich haben wir nur 20 bis 30 Personen angemeldet“, erklärt Organisator Jacob Beuchel. Auf dem Marktplatz versammelten sich dennoch innerhalb von kurzer Zeit mehr als 60 Menschen. (AZ berichtete).

„Es ist eine absolute Schmach, dass es diese Situation gibt“, meinte Beuchel während seines Redebeitrags. „Deutschland und die Bundesregierung müssten aktiv werden, um sie zu beenden. Um dafür zu werben, sei die Mahnwache organisiert worden. „Wir wollen gemeinsam ein Zeichen gegen diese Lager setzen. Und ein Zeichen für Menschlichkeit“, erklärte Beuchel.

„Seit nun Jahren lassen wir Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken“, erinnerte Laukert die Teilnehmer an die Situation. Das sei eine Folge der inhumanen europäischen Außenpolitik. „Die EU hat nicht gehandelt“, wirft er dem Staatenverbund vor. Nur zivilgesellschaftliche Organisationen hätten alles gegeben, um die Menschlichkeit aufrechtzuerhalten, sagt Laukert und kritisiert die Bundesregierung: „Doch die Bundesregierung, insbesondere Horst, „an meinem Geburtstag werden sie abgeschoben“ Seehofer stellt sich in den Weg. Sie beharrt auch jetzt, obwohl Handeln so dringend notwendig ist, auf eine europäische Lösung.“ Darauf könne möglicherweise die CDU warten, die Menschen in Not jedoch nicht. Es müsse jetzt gehandelt werden. Dafür solle Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen, um die letzten Reste der Würde der europäischen Idee zu schützen. „Ich fordere die Bundesregierung auf, dem Willen der sicheren Häfen in Deutschland zu folgen, und ich fordere den Landkreis und die Stadt Stendal auf, ebenfalls ein sicherer Hafen für Menschen in Not zu werden“, appellierte Laukert. VON STEFAN HARTMANN

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