„Kleine Strecke – kleine Schere“

Buchsbaum-Expertin gibt Tipps zum Rückschnitt

Hiltrud Henning schneidet einen Buchsbaum zu, der wie eine Schnecke aussieht.
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Buchsbäume lassen sich zu allem möglichen zuschneiden, wie dieser Schnecke. Hiltrud Henning von der Deutschen Buchsbaumgesellschaft gibt Tipps zum Rückschnitt.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Bei dem schönen Wetter lockt es viele Gärtner in ihr grünes Reich. Aber neben Unkraut jäten und Gießen gilt es noch etwas anderes nicht zu vergessen: das Schneiden der schützenden Buchsbaum-Hecke, das zur Zeit ansteht.

Volgfelde - Das ist wichtig und es gebe einiges dabei zu beachten, findet Hiltrud Henning aus Volgfelde.

„Traditionell wurde in der Altmark der Buchs geschnitten, wenn die Spargelzeit vorüber war“, weiß das Vorstandsmitglied der Deutschen Buchsbaumgesellschaft (DBG) zu berichten. Nicht aus Rücksicht auf den Frühjahrsaustrieb der Pflanze, sondern weil die Bäuerinnen erst dann Zeit dafür gehabt hätten. Heutzutage ist der Buchsbaum vor allem eine Zierpflanze und um die gewünschte Optik zu erhalten, sei ein Rückschnitt unerlässlich. Zunächst mahnt Henning an, dass jede Schnittmaßnahme eine Stresssituation für die Pflanze bedeutet.

„Unzählige Verletzungsstellen an Stängeln und zerschnittenen Blättern müssen heilen“, weshalb nicht beim kleinsten aus der Reihe tanzenden Blatt oder Spross geschnitten werden solle und es wichtig sei, nach dem Schneiden den Boden um die Pflanze zu gießen.

Auch der Zeitpunkt ist für die Buchsbaum-Expertin von Bedeutung. Die Pflanze treibe erst etwa einen Monat nach dem letzten Schnitt aus. „Die frischen Blättchen sind zart und empfindlich: Frost, schonungslose UV-Strahlung sowie Pilzbefall bei feucht-warmer Witterung im Hochsommer können Schaden anrichten“, erläutert Henning.

Deshalb solle weder vor dem April-Frost, noch vor den ersten kalten Tagen im Herbst geschnitten werden. Der junge Austrieb gehe dabei verloren.

Was das Beschneiden selbst angeht, sei auf scharfe und saubere Schnittwerkzeuge zu achten, egal ob manueller Handschnitt oder einer mittels Akku-Schere. Die dadurch resultieren Schnittstellen erweckten einen ordentlichen Eindruck und böten Krankheitserregern weniger Eintrittspforten als ausgepfranzte.

„Grundsätzlich gilt: kleine Strecke – kleine Schere, große Strecke – große Schere.“ Details seien mit einer kleinen Schere vorgearbeitet einfacher zu schneiden. Auch gespannte Schnüre oder Holzlatten bei Kegeln und Pyramiden könnten bei der Formgebung helfen. „Vermeiden Sie Hast und Hektik beim Schneiden.“

Wichtig beim Beschneiden: scharfes und sauberes Schnittwerkzeug.

Danach sei es vor allem wichtig, das Schnittgut zeitnah abzuharken und zu gießen. Zum einen leide der Gesamteindruck unter den herumliegenden Ästen. Zum anderen locke es Tiere an. Zum leichten Entfernen helfe es, vor dem Schnitt eine Folie oder alte Laken unter den Buchbäumen auszulegen.

Besonderes Augenmerk lenkt Henning auf das Entfernen von pilzbefallenen Stellen. Sie seien an bräunlichen Flecken zu erkennen. „Herausschneiden von Befallstellen sowie gründliches Abharken und Entsorgen abgefallenen kranken Laubes dämmen die Ausbreitung auf weitere Pflanzen ein.“

Auch das Abtragen der ersten Erdschicht schaffe Abhilfe von pilzbegünstigenden Bodenverhältnissen. „Alle Gerätschaften anschließend mit Spiritus desinfizieren.“ Auch Fungizide seien nützlich. Danach solle aber gegossen werden, um den Saftstrom des Baumes und damit die Verteilung des Mittels in Gang zu bringen.

Außerdem warnt Henning erneut vor dem Buchsbaumzünsler (AZ berichtete). Der ostasiatische Schmetterling ist inzwischen in der Altmark verbreitet und frisst im Raupenstadium gern die frischen grünen Stängel. Beim Auffinden der Raupen, ihrer Gespinste und der befallenen Blätter sollte der Bereich herausgeschnitten werden. Regelmäßige Kontrollen seien ratsam.

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