Alte Fundamente bei Bauarbeiten gefunden / Anliegende Unternehmen mit Einbußen

Es brummt am Stendaler Marktplatz, und die Räume werden eng

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Seit vier Monaten wird in der Straße Kornmarkt gebaut, seitdem müssen unter anderem Unternehmer mit weniger Kunden zurecht kommen. Der Wochenmarkt muss sich zusammendrängen.

Stendal. Wochenmarkt, Veranstaltungen zur 850-Jahr-Feier, Bauarbeiten: Es brummt am Stendaler Marktplatz, und die Räume werden eng.

Mancher Unternehmer, der direkt an der Straße arbeitet, hat bereits Einbußen hinnehmen müssen, weil die Laufkundschaft in dem engen Korridor zwischen Läden und Baustelle fehlt. Und nun ist noch parallel ein vermutlich mittelalterliches Fundament an der Baustelle gefunden worden.

Unterdessen wurden nun vermutlich mittelalterliche Fundamente am Markt gefunden.

Vorgestern sind Bauarbeiter auf alte Bausubstanz zwischen dem Rathaus und dem Hotel „Schwarzer Adler“ gestoßen. Noch ist unklar, was konkret dort gefunden wurde. Derzeit laufen Untersuchungen beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Neben dem Fundament eines Baus gebe es auch Holzfunde. Sie laufen derzeit durch die sogenannte „dendrochronologische“ Datierung. Das heißt, die Jahresringe der gefundenen Holzteile werden mit Daten über klimatische Bedingungen der vergangenen Jahrhunderte und entsprechenden Vergleichs-Holzfunden und deren Jahresringe verglichen, sodass man das Datum des Baumfällens herausbekommt.

Die Grabungen und Testproben des Funds sollen noch in den kommenden Wochen andauern. Dass es im Januar eine öffentlichen Informationsveranstaltung zu diesem Fund geben soll, kann darauf schließen lassen, dass es sich um einen kapitalen Fund handelt.

Derweil müssen die Unternehmer am Kornmarkt die Auswirkungen der Baustelle verschmerzen. Christian Frankenberg vom Delikatessengeschäft „Olivenbaum“ etwa spricht von spürbaren Einbußen von etwa 15 Prozent, er fürchtet um die Hauptzeit des Weihnachtsgeschäftes im November. Klaus Ullrich vom Schreibwarenladen nebenan – der eher auf Laufkundschaft angewiesen ist – zählt derzeit nur noch etwa die Hälfte der Kunden. Rico Festerling, Chef des Hotels „Schwarzer Adler“, beschreibt ebenso, dass weniger Gäste kommen – allerdings halte sich der Effekt aus seiner Sicht noch im Rahmen. Dennoch sei es für viele Gäste nicht angenehm, schon am frühen Morgen die Baugeräte zu hören. Alle Unternehmer räumen aber auch ein, dass die Baustelle nötig sei.

Sandra Slusarek, Pressesprecherin der Stadt Stendal, bedauert die Einbußen der Kaufleute, wirbt aber um Verständnis: „Es ist leider nicht immer zu vermeiden“, meint sie. Allerdings seien die Bauarbeiten trotz der archäologischen Ausgrabung im Plan: Am 30. November sei Schluss mit dem Bau.

Von Kai Hasse

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