Stadt braucht starke Nerven

Brückenbau 2023 lässt Stendals Fahrer schon an Sperrungen denken

Der Verkehr rollt von der Lüderitzer Straße über die Brücke zur Magdeburger Straße. Die Überführung ist ein wichtiger Baustein im innerstädtischen Verkehrsnetz.
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Der Verkehr rollt von der Lüderitzer Straße über die Brücke zur Magdeburger Straße. Die Überführung ist ein wichtiger Baustein im innerstädtischen Verkehrsnetz.

Stendal – Die Magdeburger Brücke in Stendal wird nicht vor 2023 erneuert. So ist es zumindest momentan geplant.

Die Arbeiten an der für den innerstädtischen Verkehr bedeutsamen Überführung beginnen demnach erst nach dem Sachsen-Anhalt-Tag 2022, die Organisatoren in der Hanse- und Rolandstadt können aufatmen.

Eine Herausforderung bleibt das Vorhaben allemal. Sperrungen und Umleitungen wollen klug geplant sein. Auch geht das Projekt kräftig ins Geld. Mittlerweile zeichnet sich sogar ab: „Die Kosten werden sich oberhalb von sieben Millionen Euro bewegen. “ Dies teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf Nachfrage der AZ mit. Im Frühsommer war noch die Rede von fünf bis sieben Millionen Euro.

Ein Zug passiert die Brücke in Stendal. Das Bauwerk ist zum großen Teil mindestens vier Jahrzehnte alt. In drei Jahren sollen die Bauarbeiter anrücken.

Die Planungen sind bereits angelaufen. Die Baupreise steigen vielerorts, ins Detail kann und will Fischbach derzeit sowieso noch nicht gehen. „Genaueres kann erst nach Vorlage der Entwurfsplanung mitgeteilt werden.“ Die Hansestadt Stendal ist sogenannter Baulastträger. Den überwiegenden Kostenanteil wird allerdings die Deutsche Bahn AG tragen. Der Konzern lässt momentan den Hauptbahnhof erneuern. Zudem wird die Amerikalinie, eine westöstliche Eisenbahnstrecke durch die Lüneburger Heide und die Altmark, ausgebaut. Die Brücke entspricht nicht mehr den Anforderungen, ihre Nachfolgerin soll breiter sein und vier statt nur zwei Gleise überspannen.

Wer aus südlicher Richtung mit dem Auto nach Stendal hineinfahren möchte, hat im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Die Brücke Röxer Straße zum Kreisel Erich-Weinert-Straße ist die eine, die Brücke Magdeburger Straße zur Kreuzung Nachtigalplatz die andere. Fällt eine Überführung aus, hat das erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. Die Magdeburger Brücke verbindet die südlichen Gewerbegebiete und den Ortsteil Röxe mit der Altstadt. Ein wenig in die Jahre gekommen scheint sie auch, einen neuen Überbau hat sie zuletzt 1974 erhalten. Einen klassischen Ersatzbau wird es ab 2023 nicht geben. „Die alte Brücke wird abgebrochen und danach der Neubau errichtet“, erläutert Fischbach dazu weiter.

„Aufgrund der hohen Bedeutung der Brücke werden verkehrliche Einschränkungen unvermeidbar sein.“ Hinzu kommt: Die Umsetzung des Projektes braucht einiges an Zeit, die Bauarbeiten dauern nach bisherigen Informationen voraussichtlich annähernd zwei Jahre. Behinderungen gerade für den Straßenverkehr scheinen programmiert. „Die Hansestadt Stendal wird in den kommenden Jahren erörtern, wie ebendiese in Grenzen gehalten werden können“, versichert der Rathaussprecher gegenüber der AZ. Ein Tunnelbau wäre übrigens wegen der Höhenlage schlicht unrealistisch. „Und selbst wenn die geografischen Fakten es zulassen würden, wäre der Bau eines Tunnels um ein Vielfaches teurer.“

VON MARCO HERTZFELD 

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