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Breitband-Internent in der Altmark: Anschluss verpasst

Was soll der Bürger auf dem Lande denn nun machen. Und vor allem: Was soll er glauben? Der kommunale Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) verspricht seit knapp vier Jahren schnelles Internet. Haben tut es noch niemand.

Und mit der Transparenz hat es beim ZBA auch arg nachgelassen. Vor einiger Zeit konnte man im Internet – sofern man hat – noch nachlesen, in welchem Gebiet welche Anschlussquote erreicht ist.Diese Liste ist gelöscht. Warum wohl? Weil es schwierig ist, die 60 Prozent Anschlussquote zu erreichen, um das Vorhaben auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen. Wurden die 60 Prozent überhaupt irgendwo erreicht? Es ist nur eine Zahl bekannt: 51 Prozent im „Cluster Arneburg“.

Ulrike Meineke

Die Frage ist: Warum ist es so schwer, auf die 60 Prozent zu kommen? Die Menschen in der Altmark, besonders in den kleinen Dörfern auf dem Lande, wollen doch schnelles Internet. Aber sie haben es satt zu warten und vom ZBA immer wieder vertröstet zu werden. Der Netzbetreiber DNS-Net hat zum Beispiel im Juni 2015 mitgeteilt, dass der Ausbau in der Vorreiterregion Arneburg noch 2015 beginnen würde. Bis heute ist nichts ausgebaut. Im Internet heißt es dazu seit gefühlten Ewigkeiten: „Demnächst Phase Ausschreibung (Tiefbau)“.

Die Menschen rund um Arneburg sind misstrauisch. Genauso wie die rund um Tangerhütte. Dort will DNS-Net ab Mitte April auf Werbetour gehen, um die 60-prozentige Anschlussquote zu akquirieren. Natürlich ist das Surfen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit je Sekunde schön. Aber wie lange will man darauf warten? Angeblich, so hatte es auf einer Informationsveranstaltung in Groß Schwarzlosen geheißen, habe sich kein Privater für schnelles Internet in der Gegend gefunden. „Gelogen“, reagierte daraufhin die Telekom. Sie habe ihre Ausbaupläne für das Tangerhütter Umland dem ZBA schon 2013 mitgeteilt.

Es ist wie mit allen Dingen in der Marktwirtschaft eine Frage von Angebot und Nachfrage. Angebote gibt es, wenn auch nicht oder nur zum Teil mit so hohen Geschwindigkeiten wie das ZBA-Glasfaser-Internet. Wer einen privaten Anbieter wählt, kann zumindest sicher sein, dass das auch klappt. Beim ZBA weiß man angesichts mangelnder Transparenz nicht, wann es mit dem schnellen Surfen etwas wird. Ob es überhaupt etwas wird.  ...

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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