Polizei vermutet anderen Täter als in Arneburg / Sorge um Einsatzkräfte

Brandserie in Stendal: „Bisher haben wir alle gekriegt“

Neben Altkleidercontainern ist in Stendal auch ein Bauwagen Opfer der Brandserie geworden. Im Gegensatz zu den Feuern in Arneburg gab es jedoch keine landwirtschaftlichen Ziele.
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Neben Altkleidercontainern ist in Stendal auch ein Bauwagen Opfer der Brandserie geworden. Im Gegensatz zu den Feuern in Arneburg gab es jedoch keine landwirtschaftlichen Ziele.

Stendal – Die Brandserie am Wochenende hat für die Mitglieder der Stendaler Feuerwehr für viele Einsätze gesorgt. Axel Kleefeldt, Stellvertreter des Oberbürgermeisters, zeigte sich erbost über die Tatserie.

„Davon ging nicht nur eine Gefahr aus, es nimmt den Feuerwehrleuten auch die Ruhezeit“, gibt er zu bedenken.

Ein Brandeinsatz, bei dem sich die Feuerwehrleute potenziell in Gefahr begeben, um andere Menschen und ihr Eigentum zu schützen, sei immer eine nervenaufreibende Angelegenheit. Bei mehreren Einsätzen in einer Nacht innerhalb weniger Stunden fehle den Einsatzkräften dann die notwendige Regenerationszeit. Auch wenn die Feuerwehrleute hervorragend ausgebildet seien – unter dem besonderen Stressfaktor könne die Unfallgefahr steigen. „Ich hoffe, wir kriegen ihn. Bisher haben wir alle gekriegt“, sagt Kleefeldt zuversichtlich.

Die Brandserie vom Wochenende sorgt auch bei der Stendaler Polizei für Arbeit. „Die Brandursachenermittler haben umfänglich zu tun, weil jeder einzelne Brand ausgewertet werden muss“, erklärt Polizist Dirk Marscheider vom Polizeirevier Stendal.

Jede Tat werde einzeln bewertet und bearbeitet, auch wenn seiner Auffassung nach ein Zusammenhang zwischen diesen bestehen könne. Die Brandorte und ihre bisher angenommenen Entstehungszeiten liegen so, dass sie zu Fuß erreicht werden können. Mit dem Brand des abgemeldet am Uchtewallparkplatz abgestellten Autos sogar Nachbarschaft zur Polizeidienststelle. „Ob das eine Provokation war, das müsste man den Täter fragen“, sagt Marscheider. Ein anderer, wohl deutlicherer, Zusammenhang ergebe sich jedoch aus den Sachbeschädigungen selbst. Ein mehrfach auftretendes Brandziel waren am Wochenende teilweise überfüllte Altkleidercontainer. Vor der Trafostation an der Blücherstraße wurden Überreste von Polstermöbeln gefunden. Auch das Fahrzeug am Uchtewall stand dort bereits eine geraume Zeit. Es sei möglich, dass sich daran jemand gestört habe. „Das sind aber nur Mutmaßungen“, gibt Marscheider zu bedenken. Ob zuerst der Trafokasten oder der davor abgelegte Sperrmüll gebrannt hat, müssten die Untersuchungen zeigen.

Eines gelte jedoch momentan als unwahrscheinlich: Der oder die Täter sind vermutlich nicht der oder dieselben wie bei der Brandhäufung im Raum Arneburg. „Wir sprechen da nicht von einer Brandserie“, erläutert Marscheider. Stattdessen handele es sich um eine örtliche Häufung von Brandereignissen. Dass zwischen den Feuern in Arneburg jeweils mehr Zeit verstrichen ist und eher landwirtschaftliche Einrichtungen das Ziel waren, spreche dafür, dass es sich wahrscheinlich um unterschiedliche Täter handele.

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