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Deponiegas: Landkreis will nach Brand nahe AUS in Stendal beruhigen

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Von: Marco Hertzfeld

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Die Rauschschwaden hinter dem Deponiegelände in Stendal sind auch vom Tor aus zu sehen.
Die Rauschwaden sind an diesem Tag selbst noch vom Tor der Abfallstation aus zu sehen. © Lina Wüstenberg

Nach dem Brand nahe Deponie und Abfallstation in Stendal will der Landkreis beruhigen. Die Gefahr sei überschaubar gewesen. Und: Deponiegas werde eh unterirdisch abgepumpt.

Stendal – Das Feuer schien der stillgelegten Deponie sowie der Abfallannahme und Umladestation (AUS) gefährlich nahe. Nach Stadtwehrsprecher Martin Jurga will nun Stendals Kreissprecherin Angela Vogel beruhigen. Zumal es in diesem Fall auch um Deponiegas und mögliche Explosionen gehen kann. „Eine akute Gefahr durch den Brand bestand nicht. Um die Deponie verläuft ein Schotterweg, der als quasi Brandschutzstreifen fungieren kann. Des Weiteren lag eine umgebrochene Ackerfläche zwischen der Brandfläche und der AUS.“ Zudem seien zwei Mitarbeiter der AUS zeitnah vor Ort gewesen, um die Lage zu beobachten und eventuelle Maßnahmen einzuleiten. Am letzten Julitag hatte ein Feld in Flammen gestanden, mehr als 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Schotterweg soll Schutzstreifen sein

Der Abfallberg ist seit einiger Zeit mehr oder weniger im Ruhestand, in ihm laufen aber weiterhin Zersetzungsprozesse ab, wenngleich immer weniger. „Die Absaugung des Deponiegases erfolgt unterirdisch. Es gelangt kein Deponiegas beziehungsweise explosionsfähiges Gemisch an die Oberfläche. Dies wird durch regelmäßige, vorgeschriebene Kontroll- und Überwachungsmessungen bestätigt. Die Deponie ist keine Explosionsschutzzone“, versichert Vogel in dieser Woche auf AZ-Anfrage und nach Rücksprache mit den zuständigen Kollegen. Und: In den gastechnischen Anlagen befinden sich demnach Vorrichtungen, um ein eventuelles Feuer an der Ausbreitung zu hindern.

Abpumpen des Stoffs läuft unterirdisch

„Aufgrund der extremen Trockenheit besteht im Allgemeinen eine größere Gefahr durch Brand. Dieser Gefahr ist durch erhöhte Aufmerksamkeit und Reduzierung von Brandlasten, soweit möglich, zu begegnen“, äußert sich Vogel mit Blick auf frühere Deponie und AUS. Und: „Ein Übergreifen auf den Wertstoffhof wäre unwahrscheinlich, da sich der Hof auf einer befestigten Fläche befindet, umgeben von mehreren Metern breiten befestigten Fahrwegen.“ Aber natürlich sei ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr „in jeder Gefahrensituation wichtig und richtig“. Getroffen hatte es am 31. Juli zehn Hektar Getreidefeld, was circa 14 Fußballfeldern entspricht. Die Polizei in der altmärkischen Kreisstadt geht bei dem Brand nahe des Deponiegeländes an der Osterburger Straße von einem Schaden in Höhe von annähernd 30.000 Euro aus. Von verletzten Menschen ist nicht die Rede.

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