Top-Wanderwetter trägt zur erhöhten Zahl der Zeckenbisse in der Altmark bei

Borreliosefälle in Stendal verdoppeln sich

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Rötungen auf der Haut sind Zeichen für einen Zeckenbiss. Die kleinen Spinnentierchen können Träger der Borreliose-Bakterien sein. Förster Ingo Matthias verweist auf die besonderen gefährlichen Ecken im Wald. Wildwechselstellen und das Unterholz seien das Revier der Zecken.

Stendal. Die Zahl der Borreliosefälle wird sich 2014 gegenüber den Jahren 2012 oder 2013 in etwa verdoppeln. Bis jetzt sind dem Gesundheitsamt 32 Fälle für im Landkreis Stendal bekannt. „Die Saison für die Infektionskrankheit endet erst im Spätherbst“, sagt Dr. Iris Schubert, Leiterin des Gesundheitsamtes.

In betroffenen Gebieten zu sehen: Warnschilder.

2013 waren insgesamt nur 21 Fälle. Dabei machen die kleinen Spinnentiere vor keiner Zielgruppe halt. Für Senioren kann schon ein gemütlicher Waldspaziergang zur Gesundheitsgefahr werden. „Wenn Kinder im Wald mit kurzen Hosen unterwegs sind, sollten Eltern am Abend dringend den Körper nach Bissstellen absuchen“, rät Stendals Revierförster Ingo Matthias. „Im Gras lauern Zecken. Dass sie sich von Bäumen fallen lassen, ist falsch“, weiß Matthias. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kommt, vergehen bis zu 24 Stunden. Die gängigsten Instrumente zur Zeckenentfernung ist die Zeckenzange. Die Zecke sollte hautnah gegriffen werden, damit Freisetzung von gefährlichen Körperflüssigkeiten verhindert wird.

Selbst mit Schutzkleidung wie Gummistiefel, Socken und langen Hosenbeinen sei man nicht sicher, weiß der Förster aus eigener Erfahrung. Finden sie eine geeignete Stelle, beißen sie sich fest. Seit 1990 ist er Revierförster in Stendal und wurde insgesamt dreimal angesteckt. Doch nicht alle Zeckenbisse führen gleich zur Borreliose. Er findet nämlich fünf Zeckenbisse im Monat an seinem Körper. Es ist für die Gebissenen jedoch schwer, die Krankheit zu erkennen, da die Symptome auch auf andere Infektionen hinweisen können. Wenn eine ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle zu erkennen ist, sollte der Arzt aufgesucht werden. Im Verlauf der Krankheit kommt es auch zu Gliederschmerzen oder Lähmungen.

„Besonders gefährlich sind Wildwechselstellen“, sagt Matthias. Im Forst um Stendal transportieren oft Rehe die Zecken. Matthias kann davon ein Lied singen. Wenn er nach Waldtouren seine olivgrüne Hose ausschüttelt, fallen schon mal 20 Zecken heraus. Die Tierchen machen aber nicht nur den Wald zur Infektionsfalle. „Besonders Katzenliebhaber auf dem Lande sind von Borreliose stärker betroffen“, sagt Schubert. Zudem sollten Jogger und Pilzsammler aufpassen. Zecken können auch andere Krankheiten übertragen. Im Süden von Sachsen-Anhalt sind Fälle von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) aufgetreten.

Von Ronny Kauerhof

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