Sicherheit geht vor Befindlichkeit

Borghardt-Stiftung: Tägliche Tests für Ungeimpfte sind Standard

Elimar Brandt.
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Stiftungsvorstand Elimar Brandt tritt für eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen ein.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Tägliche Tests für ungeimpftes Pflegepersonal ist mittlerweile beschlossene Sache. Auch eine mögliche Impfpflicht würde Elimar Brandt von der Borghardt-Stiftung nicht ablehnen, erklärt der Stiftungsvorsitzende.

Stendal – Die tägliche Testpflicht für ungeimpfte Pflegekräfte ist da – und wird in der Borghardt-Stiftung auch konsequent angewendet, wie Stiftungsvorstand Elimar Brandt auf AZ-Anfrage erklärt. Gleich zum Freitag, 12. November, einen Tag nach Bekanntwerden der neuen Eindämmungsverordnung wurde sie für rund 40 Prozent der Beschäftigten zum Tagesablauf.

Etwa 60 Prozent der Mitarbeiter seien geimpft, informieren Brandt und Heimleiterin Rilana Kruse. Wie genau diese Zahl ist, können sie jedoch nicht sagen. Schließlich gilt bei der Frage nach dem Impfstatus bislang noch der Datenschutz. Solange Pläne der Politik noch auf dem Weg oder in Verhandlung, aber nicht beschlossen sind, muss auf das zwischenmenschliche Vertrauen gesetzt werden.

Zu einer möglichen Impfpflicht in der Pflege hat Brand auch eine eindeutige Meinung: Für Menschen, die mit vulnerablen Personen zu tun haben, so wie in der Altenhilfe und der Eingliederungshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch Erzieher würde er sie bevorzugen. „Ich bin nicht in der Politik, aber das ist meine Meinung“, stellt Brandt dazu fest. „Ich finde es unverantwortlich, dass Menschen persönliche Befindlichkeit so in den Vordergrund stellen, dass sie das Leben anderer gefährden“, sagt Brandt geradeheraus. Um einen möglichen Personalschwund, der vielfach im Falle einer Impfpflicht propagiert wird, macht er sich derweil keine Sorgen. Von der Impfpflicht gegen Masern sei auch niemand begeistert gewesen, aber sie wurde, wenn auch teilweise murrend, akzeptiert. „Wer einen solchen Beruf wählt, will für andere Menschen da sein“, erläutert der Stiftungsvorstand seine Sichtweise. Dann müsse man auch bereit sein, den nächsten Schritt zu gehen. Denen, die die Impfung bei der Einführung einer Pflicht ablehnten, blieben letztendlich nur zwei Möglichkeiten: Sich impfen lassen oder den Beruf wechseln.

Er selbst ist, ebenso wie die Bewohner in seiner Einrichtung, dreifach geimpft. Er sei der Erste gewesen, der sich mit Freigabe der Boosterimpfungen bei Friedhelm Cario vom DRK, der das mobile Impfteam leitet, meldete. Das habe, wie bereits beim zweiten Impftermin in der Borghardt-Stiftung, reibungslos funktioniert, lobt Brandt das mobile Impfteam.

Nicht alle Mitarbeiter hätten jedoch die unkomplizierte Auffrischungs- oder in einigen Fällen auch Erstimpfungsgelegenheit Ende Oktober im Haus genutzt. Steigende Zahlen hätten jedoch, in einigen Fällen zumindest, zu einem Umdenken geführt. Einige Mitarbeiter erwögen jetzt die Impfung. Allerdings seien die Hausärzte vielfach überlastet und könnten nicht alle Impfwilligen zeitnah versorgen.

Brandt ist stolz auf die klare Linie, die in der Borghardt-Stiftung gefahren wird. Mit der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen, nicht immer zur Freude der Mitarbeiter und besuchender Angehöriger, hätte verhindert werden können, dass es Corona-Fälle in der Einrichtung gab. Dazu gehöre es für Brandt auch, für die Impfung zu werben,wie er erklärt. Deshalb wurden an den Hauseingängen nicht nur die derzeit geltenden Besuchsregeln angeschlagen. An diesen befindet sich auch ein Aufruf, sich und andere mit der Impfung zu schützen.

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