Mehr Einsätze: Verstärkte Arbeit an zusätzlichen Rettungswachen

Blaulicht im Landkreis Stendal rüstet sich für die Autobahn

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Die Hilfe ist da: Rettungswagen und Hubschrauber nach einem Unfall auf einer Autobahn in Bayern.

Stendal – Autofahrer überschlägt sich auf A 2. Unfall nach Sekundenschlaf auf A 2. Pkw auf A 2 bei Burg steht in Flammen. Kleintransporter kollidiert mit Lkw auf A 2. Das sind nur einige Meldungen der vergangenen Monate von einer Autobahn im benachbarten Jerichower Land.

Die A 14 wird von Magdeburg nach Schwerin verlängert, quer durch den Landkreis Stendal.

Blaulicht aller Art steht vor neuen Aufgaben. Im Landratsamt geht man bereits davon aus, dass sich das Einsatzaufkommen durch die Bundesfernstraße spürbar erhöhen wird. Wie stark tatsächlich, muss sich zeigen. „Genaue Zahlen lassen sich derzeit noch nicht prognostizieren“, teilt Kreissprecherin Angela Vogel auf Anfrage mit.

So oder so ist der Rettungsdienst in Ostaltmark und Elbe-Havel-Winkel im Umbruch. In einem Gutachten zur Bedarfsplanung ist der Verlauf der Altmark-Autobahn berücksichtigt. Die sogenannten Ausrückbereiche werden neu strukturiert, die Rettungswachen sollen so liegen, dass eine schnelle Zufahrt zum Einsatz auf der A 14 möglich ist.

Es sind dem Gutachten folgend drei zusätzliche Rettungswachen vorgesehen, und zwar in Klietz, Iden und Windberge. Die Rettungswache Kläden könnte nach Bismark umziehen. Die Rettungswache Stendal soll eine Außenstelle an der Arneburger Straße bekommen. Seehausen, Osterburg, Havelberg, Tangermünde und Tangerhütte sind bereits in der Spur.

Zehn Bereiche, elf Einrichtungen. Vogel spricht mit Blick auf die Karte des Landkreises von Neubau und Sanierung. Das letzte Wort sei aber noch nicht gesprochen. Die Standorte der Rettungswachen könnten sich noch verändern. Wann Ausrückorte neu errichtet und andere umfassend erneuert sind, lasse sich derzeit nicht sagen. Der Finanzierungsbedarf sei sicherlich erheblich. Über das nötige Geld müsse zunächst mit den Kostenträgern, den Krankenkassen, verhandelt werden. Der Landkreis habe jedenfalls einen Plan und orientiere sich am Gutachten aus dem Jahr 2018. Der Verkehr auf der A 14 soll Anfang der 2020er-Jahre rollen, so zumindest die Hoffnung im Verkehrsministerium.

Die Leitstelle in Stendal sehe die A 14 längst auf sich zukommen, versichert Vogel auf Nachfrage der AZ. Es könnten spürbar mehr Notrufe als bislang eingehen. Die altmärkischen Landkreise Stendal und Salzwedel hätten dort bereits einen fünfstelligen Eurobetrag in Hard- und Software zur Bearbeitung des automatischen Fahrzeugnotrufs eCall investiert.

Diese Technik sei inzwischen erprobt und geprüft. Es könne aber auch ein Notruf über Mobiltelefon erfolgen, die Leitstelle identifiziere die Funkzelle. „Alle Maßnahmen führen dazu, dass Hilfs- und Rettungskräfte schnell alarmiert werden können und mit wichtigen Informationen versorgt sind“, versichert die Kreissprecherin.

Die Autobahn finde sich bereits in Risikoanalyse und Brandschutzbedarfsplan der Gemeinden. „Es ist mit einem erhöhten Aufkommen von Verkehrsunfällen zu rechnen, in denen schwere Technik erforderlich ist.“ Die Feuerwehren an den künftigen Auf- und Abfahrten der verlängerten A 14 bereiten Vogel zufolge bereits nötige Fahrzeug- und Technikkonzepte vor. Der Katastrophenschutz schließlich werde sich der einschneidenden Veränderung in der Region genauso anpassen. Das Straßennetz ändert sich, die Landschaft und das Szenario sowieso. Wobei Einheiten aus anderen Landkreisen und Bundesländern im Ernstfall schnell auf der Autobahn zum Einsatzort vorrücken könnten.

VON MARCO HERTZFELD

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