Blasmusik an der Erdgastrasse

Die Stendaler Rolandmusikanten sind mittlerweile immer häufiger auch auf Privatfesten gefragt. Zum Jubiläumskonzert am 2. Oktober sind aber alle Fans eingeladen.

Stendal - Von Antje Mahrhold. Sie spielen weder Posaunen Jerichos noch Fanfaren der Römerzeit, dennoch erfreut sich Stendals Blasmusik-Ensemble mit dem Roland im Titel großer Beliebtheit.

Ausverkaufte Konzerte sind musisch begabten Damen und Herren der Stendaler Rolandmusikanten beständig an der Tagesordnung. Ihr Neujahrskonzert in der Katharinenkirche verlangt neuerdings nach mehreren Auftritten, um all den Scharen ostaltmärkischer Blasmusik-Fans ausreichend Sitzplatz-Kontingent zu bieten. Kein Wunder, durchlief das Ensemble im Laufe seiner drei Jahrzehnte Bestehen eine bewegte Geschichte.

Den Anfang nahm der Klangkörper, als sich im Oktober vor 30 Jahren im damaligen VEB Reichsbahn-Ausbesserungswerk (RAW) Stendal ein Betriebsblasorchester gründete. Rolandmusikanten-Chef Torsten Hünemöller blies zu dieser Zeit im Jugendorchester des einstigen Hauses der Pioniere (heute JFZ „Mitte“). Während der DDR-Zeit bestritten die RAW-Bläser zahlreiche Leistungsvergleiche und „profilierten sich über die damaligen Kreis- und Bezirksgrenzen hinaus“, liest sich in der Musikanten-Chronik. Darin ist auch folgender „Höhepunkt vor der Wende“ aufgelistet, nämlich eine dreiwöchige Konzertreise an die Erdgastrasse „Druschba“ (russ. Freundschaft) 1989.

Im April 1991 schlug dann die Vereinsgeburtsstunde, als aus dem Ex-VEB-Orchester ein ordentlicher Verein, die Stendaler Rolandmusikanten wurden. Seitdem musiziert mit einem breiten Repertoire, mit Traditionellem wie Marsch, Polka, Walzer, über Tanzblasmusik bis hin zu Operetten- und Musicalmelodien und konzertanter Blasmusik. Geprobt wird einmal wöchentlich in Stendals „Haus der Vereine“ an der Bruchstraße. Inzwischen spielt die Truppe unter Leitung von Constantin Matei.

Besondere Auftritte absolvierte der Klangkörper in jüngster Vergangenheit etwa 2007 und 2008 bei den Großveranstaltungen „Musik an der Elbe“ sowie beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor. Es spielte auf der Expo-Weltausstellung Hannover (2000), nahm 1997 am internationalen Blasmusik-Festival „Vejvoda‘s Zbraslav“ in Prag teil, errang im gleichen Jahr die Auszeichnung „Das silberne Band“ sowie einen Sonderpreis für die Dirigenten-Leistung Achim Kochmanns.

Eine beeindruckende Bilanz: Herzlichen Glückwunsch, Stendaler Rolandmusikanten.

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