Kein VW-Treffen 2019 und 2020 auf dem Flugplatz / Konzert im Juni

Bitterfelder Deutschrock am Rollfeld in Stendal

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Goitzsche Front erwarten als Ehrengast Dieter „Maschine“ Birr.

Stendal – Nicht nur das Geschehen in der Luft zeichnet den Verkehrslandeplatz der Kreisstadt aus, auch der Unterhaltungsbetrieb zu Boden an Rollfeld und Landebahn bringt Leben in den größten Altmarkort.

Mit ab Mitte April geplanten Tandem- und Rundkappensprüngen des Vereins „Skydive“ sind erste Höhenaktivitäten auf dem Areal mit seiner 52 Meter langen Beton- und 40 Meter langen Graspiste zu erwarten.

Auch wenn es dieses Jahr und auch 2020 auf dem Flugplatz nach Angaben der Veranstalter wegen Problemen mit Vorgaben des Lärmschutzes keine mehrtägigen VW-Treffen gebe, sondern „nur“ ein „Ostersonntagscruisen 2019“ auf die Beine gestellt werde, kann das Veranstaltungsdomizil im Ortsteil Borstel mit einer Reihe hochkarätiger Veranstaltungen aufwarten.

Neben den Deutschen Segelflug-Meisterschaften Anfang Juli und diversen Fliegerlagern verschiedener Flugschulen und Fluggruppen unter anderem aus Mainz und Hamburg wird der Platz in drei Monaten Station für ein Konzert aufstrebender Musiker aus Bitterfeld.

Erwartet werden für ein Musikprogramm unter dem Titel „Der Osten rockt“ die Jungs von Goitzsche Front, einer Formation, die als Vorgruppe der Deutschrock-Band Frei.Wild bekannt geworden ist. Zur 2009 in einer Kneipe entstandenen Formation zählen Sänger Pascal „Bocki“ Bock, Gitarrist Maximilian „Maxi“ Beuster, Bassist Christian „Ulze“ Schulze und Schlagzeuger Tom „TT“ Neubauer. „Besonderer Ehrengast“ für die Band, die im Vorfeld ihrer Konzertreihe in einem himmelblauen Trabant auf Werbetour gehe, werde Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys, wie Band-Managerin Sandra Eichner angekündigt hat.

In Stendal zeigt sich die Band, deren aktuelles Album „Deines Glückes Schmied“ wieder harten Sound hören lässt, der einen martialischen Eindruck macht und laut und aggressiv das politische System kritisiert, nach Auftritten in Oberwiesenthal und Oschatz am 8. Juni. Der Name der Gruppe steht für Heimatnähe und Geschlossenheit. Und lehnt sich an den gleichnamigen, ehemaligen Braunkohle-Tagebau an, mit dem die Region um Bitterfeld nach der politischen Wende eine traurige Berühmtheit erlangt hat.

Die Gegend galt besonders im Westen der Republik lange Zeit als Inbegriff für schwere Umwelt- und Naturzerstörung. Das Gebiet hat sich inzwischen aber längst grundlegend gewandelt, der Tagebau ist renaturiert und die alten Industrieanlagen sind in eine Konzertarena umgewandelt worden, wo es auf der Halbinsel Ferropolis etwa das Melt-Festival gibt.

„Ich zünd mein altes Leben an“, singt Pascal Bock in einem Song, den die Band auch am Flugfeld der Rolandstadt vorstellen könnte. Der Titel nennt sich „Streichholz und Benzin“ – obwohl zum Stendaler Austragungsort doch der Flugkraftstoff Kerosin viel besser passt.

VON ANTJE MAHRHOLD

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