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Von Bismarck: „Insel kocht“

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© Wohlt

Stendal. Der Konflikt der Inseler Bürger mit dem Landesjustizministerium um die im Ort lebenden ehemaligen Sexualstraftäter verschärft sich.

So stellt es zumindest Insels Ortsbürgermeister Alexander von Bismarck (CDU) dar. 40 Bürger haben gemeinsam acht Demonstrationen für die kommenden Sonnabende angemeldet. Von Bismarck selbst steht nach eigenen Angaben nicht auf der Liste der Demonstrationsanmelder. Der Wegzug der beiden Männer und die Demonstrationen sei nicht allein sein Begehren, sondern das der Bürger.

Grund für die neuen Proteste in Insel sind laut von Bismarck die Äußerung der Justizministerin Angela Kolb (SPD) vor dem Jahreswechsel, dass sich die Inseler Bürger mit dem Wegzug der beiden Männer noch gedulden müsse. Das sah laut von Bismarck für die Inseler so aus, als hätte sich das Ministerium nicht um neue Wohnortlösungen für die ehemaligen Straftäter bemüht und würde noch mehr Zeit und Geduld fordern. „Das versteht keiner in Insel“, beschwert sich von Bismarck bei der AZ. Die Justizministerin würde nur über die Presse zu den Bürgern sprechen, ein persönlicher Kontakt oder einen Brief an die Bürger habe es dazu und auch sonst nie gegeben. Trotzdem hätten die Inseler Bürger ihre Demonstrationen seit dem 3. Oktober eingestellt, weil die Justizbehörde dazu mit dem Hinweis, so schneller eine Lösung zu finden, aufgerufen habe. Doch nach der Aussage der Justizministerin vor dem Jahreswechsel sehe es so aus, als nehme sie die Bürger und ihr Begehren nicht für voll. Seit dem 17. August habe das Justizministerium bereits Zeit gehabt, sich um eine neue Bleibe für die beiden Männer zu kümmern und nichts sei seitdem passiert. Selbst die kirchlichen Institutionen, die sich immer so menschenoffen geben würden, hätten keinen Platz für die in Insel nicht gewollten Ex-Straftäter. Ute Albersmann, Pressesprecherin des Justizministeriums, sieht das anders. Kolb habe lediglich in einem anderen Wortlaut das gesagt, was sie seit Anbeginn des Inselkonfliktes immer wieder erklärte. „Wir sind dabei, es braucht die Zeit, die es braucht“ und „am Ende hängt es nicht nur an uns, ob es mit dem Umzug klappt“, erklärte Albersmann der AZ. Schließlich würden die Ex-Sicherheitsverwahrten selbst entscheiden können, wann und wohin sie ziehen werden. „Wir hoffen, dass alles ein gutes Ende nimmt“, so Albersmann weiter. Konkret habe sich an der Situation in Insel nichts verändert, es gebe konkrete Wohnortmöglichkeiten in und außerhalb Sachsen-Anhalts. Und zwar für beide Männer zusammen, als auch einzeln.

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