Mensch 2012 – Die Finalisten im Porträt: Veronika Mattis aus Stendal

„Bin zufrieden, wenn ich ein Dankeschön höre“

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Veronika Mattis engagiert sich nicht nur in der Stendaler Tafel. Die 52-Jährige trainiert ehrenamtlich auch Kinder in der Erich-Weinert-Sporthalle und packt bei der Organisation läuferischer Großveranstaltungen mit an.

Stendal. Wenn Veronika Mattis sonnabends am Nachmittag nach Hause kommt, spürt sie die körperliche Anstrengung der vergangenen Stunden. Um 9 Uhr fängt sie an zu sortieren, oft auch schon etwas früher. Danach geht es an die Ausgabe.

Um 14.30 Uhr sind es immer bis zu 300 Menschen, die zur Stendaler Tafel kommen, um sich mit Nahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. „Dann bin ich zufrieden und freue mich, wenn ich ein Dankeschön höre.“ Auch sie selbst musste, als sie eine Zeit lang arbeitssuchend war, das Angebot nutzen. Jetzt hilft Mattis anderen – ehrenamtlich.

Doch nicht nur bei der Tafel unterstützt sie jene, die Hilfe brauchen. Veronika Mattis begeistert junge Menschen für den Sport, immer dienstags. Sie wurde einst von Uwe Bliefert, Amt für Jugend, Sport und Soziales, gefragt. Und übernahm daraufhin im Auftrag der Stadt Stendal den Job. Die finanzielle Förderung lief längst aus. Veronika Mattis aber blieb. Trainiert weiter die Motorik, den Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit der zwei- bis zwölfjährigen Kinder – ebenfalls ehrenamtlich.

Bälle werfen, fangen. Einen Hindernislauf bewältigen. Das übt. Zwölf bis 14 Mädchen und Jungen sind dienstags von 16 bis 17 Uhr in der Erich-Weinert-Sporthalle neben der Arbeitsagentur aktiv. Höhepunkt der Arbeit mit den jungen Sportlern ist alljährlich die Weihnachtsfeier. „Dann zeigen die Kinder, was sie alles gelernt haben“, sagt Mattis stolz. Zu diesem Anlass in der Adventszeit organisiert sie auch, dass der Weihnachtsmann seinen Weg in die Räume des Mad-Clubs findet. Ein Ereignis, das besonders die Jüngsten glücklich macht. Mehr als zwei Jahre sind es bereits, die Mattis mit den jungen Menschen aktiv verbracht hat. Sie ist dankbar, dass die Zusammenarbeit mit dem Jugendclub an der Wahrburger Straße so gut funktioniert.

Aber das ist jedoch nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Ehrenamt. Neben ihrer Arbeit bei der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung des Landkreises Stendal in Uenglingen, bei der sie sich um Fragen der touristischen Infrastruktur kümmert, managt die 52-Jährige ihre Familie. Ihre Kinder sind in der Laufgruppe Haeder sportlich aktiv. Über die Gruppe war seinerzeit auch der Kontakt zu Sachgebietsleiter Uwe Bliefert zustande gekommen. Das bedeutet nicht nur, dass Mattis ihre drei Kinder beim Training unterstützt. Ehrenamtlich hilft Veronika Mattis auch in der Organisation, wenn es darum geht, Läufe in der Altmark zu gestalten.

So wird sie auch beim diesjährigen Elbdeichmarathon in Tangermünde, der am Sonntag, 14. April, über die Bühne gehen wird, als Helfer vor Ort aktiv sein. Mittlerweile wird jede helfende Hand bei diesem läuferischen Großereignis gebraucht. Immerhin 1 204 Teilnehmer hatten sich bis zum 17. Januar angemeldet – ein Rekord.

Veronika Mattis hofft, dass der Lauf gut über die Bühne gehen wird. Die Daumen drückt sie Mitte April sicherlich besonders aber ihren Kindern.

Von Alexander Postolache

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