„Kräfte dreist ausgenutzt“

Bilanz in Stendal: Feuerwehr mit scharfer Kritik an Großbrand in Baben

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Volles Haus an der Carl-Hagenbeck-Straße.

Stendal – Beim Jahrestreffen der Feuerwehr Stendal hat Stadtwehrleiter Michael Geffers über Einsätze und Ausbildung Bilanz gezogen. Zu Beginn gedachten alle Anwesenden in einer Schweigeminute verstorbener Kameraden.

Für 2019 listet die Statistik 329 Einsätze auf – in denen die Familien der Floriansjünger auf Väter, Mütter und Verwandte zum Wohl der Allgemeinheit verzichtet hätten.

Für dieses Verständnis dankte Geffers allen Angehörigen, denn das Verständnis sei nicht selbstverständlich. Besonders gedankt worden ist den langjährigen Mitglieder Wolfgang Brauns für 60 und Karl Moritz für 70 Jahre Dienst.

Im „Haus am See“ im Tiergartenviertel wurde getagt.

Die Stendaler Truppe ist 2019 zu 101 Bränden und 156 technischen Hilfeleistungen sowie 71 Fehlalarmen oder mutwilligen Alarmierungen ausgerückt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es Brände weniger. Dafür gab es zehn Großfeuer zu bekämpfen, wobei sich der größte Einsatz beim Wohnungsbrand Röxer Straße ereignet hat. Die Ehrenamtlichen unterstützten auch in den Ortsteilen der Hansestadt sowie auch in der Nachbarschaft.

So halfen sie bei einem Garagenbrand in Groß Schwechten, bei Feldbränden in Sanne und Charlottenhof und bei einem Feuer an der Wahrburger Straße. Gelöscht wurde auch am Bahndammbrand an der Bundesstraße 189 der Heerener Straße und beim Feuer im Holzrindenlager im Zellstoffwerk Arneburg. Ebenso waren die Stendaler beim Brandunglück in Bittkau dabei.

Auch in der Hansestadt könne so ein verheerendes Feuer ausbrechen, merkte Geffers an. Aber gleich zweimal zum selben Feuer gerufen wurde die Truppe aus der Kreisstadt am 27. Dezember, als in Baben auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ein Wohnhaus in Vollbrand gestanden hat. Dort seien mehr als 150 Kräfte im Einsatz gewesen.

„Mit einer ordentlichen Organisation des abwehrenden Brandschutzes und der Brandbekämpfung hat das nichts zu tun“, beklagte Geffers. Es sei „dreist“, Einsatzkräfte derart auszunutzen. Dies sei auch nicht die Löschhilfe, die der Gesetzgeber ins Brandschutzgesetz geschrieben habe, kritisierte der Chef der größten Feuerwehr der Altmark. Und beklagte darüber hinaus auch eine mangelnde Zusammenarbeit mit örtlichen Medien.

VON UTE KRUG

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