„Den Kopf voller Ideen“

Was die Bewohner in Stendal-Stadtsee wünschen – Studie soll Fragen erstellen

Ein erstes Treffen in diesem Jahr. Das Frühstück im Stadtteilbüro soll für diese Anlaufstelle werben. Bürger sind gefragt, ihre Sorgen in Stadtsee anzusprechen.

Stendal. „Kann ich eine Banane und einen Apfel mitnehmen?“ Eine nette Dame zeigt sich begeistert und dankbar, als sie von Jeanette Merten ein klares „Ja“ vernimmt. Noch einen kleinen Happen und dann los.

Bevor die Schlange der Stendaler Tafel an der Ladenzeile der Adolph-Menzel-Straße zu groß wird. Es ist kurz nach 10 Uhr an diesem Sonnabend. Fünf bis sieben ältere Frauen sind auf dem ersten Blick vor der Tafel auf Rollatoren gestützt auszumachen. Die Sonne scheint zwar. Doch warm ist es nicht.

Eine andere Frau im Stadtteilbüro, welches seit 10 Uhr zum „Stadtteilfrühstück“ geladen hat, muss ebenfalls los. Es bleiben Kinder und wenige Erwachsene, die von Benjamin Ollendorf und Jeanette Merten betreut werden. Später am Tag, als dann die Ausgabe der Tafel endet, kamen noch einige Interessenten in das Büro, welches an jenem Morgen mit Aufstellern und Luftballons auf sich aufmerksam machte.

Ziel der Aktion: den Bekanntheitsgrad des Raumes, welcher ein Büro und Fläche für kreative Nutzung bietet, zu steigern. Die beiden, deren Handynummern und E-Mail-Adressen an der Scheibe stehen, wollen alle im Stadtteil erreichen. „Immerhin sprechen wir von einem Viertel aller in Stendal lebender Menschen“, sagt Jeanette Merten – knapp 10 000 Bürger.

Der Verein Kinderstärken will bald sein Konzept „Stadtteilmanagement Stendal-Stadtsee“ umsetzen. Dazu fragten Hochschulstudenten etwa 200 Bewohner des Gebietes, was sie bedrückt und was sie wollen. Die Auswertung wird in diesem Frühjahr vorgestellt. Und dazu dienen, Stadtsee-Bürgern jene Angebote zu vermitteln, die vorhanden sind – vom Arzt über den Seniorentreff bis hin zur Kindertagesstätte. Und Angebote, die in einem Stadtteil fehlen, in dem Flüchtlinge, sozial schwache und alte Menschen eine Rolle spielen, zu beschaffen. Oder wenigstens vorhandene Kräfte zu bündeln.

Das Stadtteilbüro kann und soll als Begegnungsstätte dienen. Und auch andere Institutionen vor allem räumlich entlasten. Mit 30 Personen als Besucher konnten sich die beiden am Sonnabend bereits zufrieden geben. Es dürfen und sollen mehr Nutzer werden. „Wir haben den Kopf voller Ideen“, sagte Jeanette Merten. Die Studie und weitere Gespräche sollen zeigen, was gewollt ist.

Von Alexander Postolache

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