Michael Stahl sorgte bereits für die Sicherheit von Papst, Dieter Bohlen und Wladimir Klitschko

Beschützer mit Leib und Seele

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Lauschten gespannt: Der ehemalige Personenschützer erzählte aus seinem bewegten Leben und gab den Jugendlichen wertvolle Tipps, sich in Gefahrensituationen zur Wehr zu setzen.

Stendal. „Jeder Mensch hat Gold in sich – versuche das stets zu erkennen“, regte der aus dem TV bekannte Gewaltpräventionsberater und Selbstverteidigungstrainer Michael Stahl in der Turnhalle an der Erich-Weinert-Straße in Stendal seine Zuhörer zum Nachdenken an.

Mehr als 30 Kinder und Jugendliche besuchten den Vortragsnachmittag, der aus einer Kooperation der Vereine „Lebendige Steine“ und „Christen im Beruf“ hervorgegangen war. Der ehemalige Personenschützer berührte mit Geschichten aus seinem bewegten Leben und gab seinen jungen Zuhörern wichtige Ratschläge mit auf den Weg.

In Vertrauensübungen sollten die Jugendlichen ihr eigenes Körpergefühl stärken.

„Das echte Leben spielt sich nicht im Wohnzimmer an der Konsole ab, sondern mit Menschen, die uns wichtig sind, und in der Natur“. Stahl führte fort: „Wir alle haben Sehnsüchte in uns, lasst uns dafür sorgen, dass sich diese erfüllen.“ So sei der Wunsch nach Liebe und Wertschätzung in jedem Menschen verankert. Wenn Personen in ihrer Kindheit viel Ablehnung erfahren haben, sind sie heute oft auffällig und aggressiv, denn „unerfüllte Sehnsüchte machen auf Dauer krank“.

„Wie gebe ich jemandem die Hand?“

Stahl forderte die jungen Zuhörer dazu auf, alle Menschen mit Respekt zu behandeln. Die erste Lektion war an diesem Nachmittag deshalb: „Wie gebe ich jemandem die Hand?“. Die Jugendlichen erkannten sofort, dass es wichtig ist, dem Gegenüber in die Augen zu blicken. Stahl erteilte wichtige Ratschläge zum Thema Mobbing und wusste: „Nur verletzte Menschen verletzen andere Menschen.“ Jeder müsse lernen, sich selbst wertzuschätzen und eigene Fehler zu akzeptieren. Denn wenn man mit sich selbst im Reinen sei, so der Coach, hätten potenzielle Täter keine Angriffsfläche.

Bei einem Ballspiel zeigte er spielerisch, wie positiv sich Motivation auf die eigene Leistung auswirken kann. Fühlt sich ein Mensch nicht wertgeschätzt, so sei er nur selten in der Lage, eine schwierige Situation auch zu meistern. Dabei spielt auch die Nennung des Namens eine wichtige Rolle, wie der ehemalige Personenschützer aus Baden-Württemberg weiß.

Nach einer schwierigen Kindheit habe er erkannt, was wirklich im Leben zählt. In der Schule verspottet und vom eigenen Vater geschlagen, musste Michael Stahl schon als Kind viel durchmachen.

Verspottet und vom Vater geschlagen

Sein persönlicher Umschwung erfolgte eigenen Angaben nach durch Jesus, der ihm – im Gegensatz zu seinem Umfeld – Halt gab. Seit 25 Jahren hat Michael Stahl es sich nun zur Aufgabe gemacht, auf andere Menschen aufzupassen und Selbstverteidigung zu lehren. Im Jahr 2006 war er offizieller Personenschützer des Papstes, auch begleitete er bereits Persönlichkeiten wie Dieter Bohlen oder Wladimir Klitschko in ihrem Alltag.

Seit einigen Jahren hilft Stahl Menschen, die im Leben ein ähnliches Leid erfahren haben. So ist er oft mit kriminellen Banden unterwegs, die sich dem authentischen Präventionsberater anvertrauen können. Derzeit reist er durch ganz Deutschland, um „Männern die Tugenden der Ritterlichkeit zu lehren“, wie er seine Arbeit schmunzelnd beschreibt. Bestimmend, aber mit viel Witz und Charme begeisterte und berührte Michael Stahl auch in Stendal seine jungen Zuhörer.

Von Charlotta Spöring

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