Gemeinderätin begleitet Sammel-Duo / Überraschung in Übergangsstation

Bertkow sammelt Futter für Bruder von Storch „Rüdiger“

Sophie Pollnau (9) und Julian-Dominik Zimmermann (11) haben an die Türen ihres Heimatdorfs geklopft, damit Bertkows zweiter aus dem Nest gefallener Storch (hinten rechts) bei Gastmutter Claudia Kolbe und „Amme“ Luca fit für die Freiheit wird.

Bertkow. „Es war die Idee meiner Mutter“, stellt Sophie Pollnau klar.

Als die Neunjährige Anfang Juni ein Storchenjunges in einem Busch fand, weil es aus der erst im Februar errichteten Nisthilfe gefallen war, „taufte“ die Bertkowerin das Jungtier auf den Namen Rüdiger, ganz wie es die Mutter empfahl – und eine tierische Bertkower Fortsetzungsgeschichte begann.

Adebar Rüdiger jedenfalls fand nach seinem lebenserhaltenden Zwischenstopp bei Tierfreundin Claudia Kolbe im Nachbardorf Anfang Juli eine neue Heimat in Ostorf, einer Ortschaft des Seehausen-Ortsteils Beuster (die AZ berichtete). In der Übergangsstation der 56-Jährigen am Rande des zu Eichstedt zählenden Dorfs macht sich nun noch ein Bruder von „Bertkow-Rüdiger“ flugstartklar. Bei Gastmutter Kolbe profitiert der Jungstorch vom Talent der „Amme“ Luca, in Gestalt einer nach einem Neststurz flugunfähigen Störchin. Sie bringt Bertkows Findelküken Nr. 2 derzeit Überlebenswichtiges bei, etwa wie ein Storch stilecht schreitet, anständig klappert und imponierend die Flügel schlägt.

Damit Kolbe bei all dem prallen Storchenleben aber nicht die „Mäuse“ für die Mäuse der Störche ausgehen, machte sich Namensgeberin Sophie am Montag mit Gemeinderätin Annedore Müller und Adebar-Fan Julian-Dominik Zimmermann auf den Weg, um für Storchenfutter an Bertkows Türen zu klopfen. „Wir sammeln Futtergeld für unsere aus dem Nest gefallenen Störche“, verkündete ein aufgeklebter Zettel auf der weißen Plastiksammeldose. „Das geht ganz schön ins Geld“, freut sich die Tierfreundin gestern Mittag, als das Trio überraschend auf ihrem Hof auftaucht. Etwa acht Eintagsküken verputzen Jungstörche pro Tag, größere Tiere brauchen 20 Mäuse. Ihre freiwillige Storchen-Hilfe stimmt die Gastmutter stets mit Gerd Flechner vom Kreis-Umweltamt ab, weil die Schützlinge auf Zeit Wildtiere sind.

Aber dass Jungstörche nun allerorts flügge werden, macht Kolbe Sorgen. „Jetzt geht das Drama los“, sagt sie. Oft genüge eine Windböe oder ein Fehltritt neben den Horst, damit sich Jungvögel verletzen. Um so mehr freut sich die 56-Jährige über die Sammelaktion von Sophie und Julian-Dominik. „Auf die Idee zu kommen, das finde ich total klasse!“

Von Antje Mahrhold

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