Polizeibeamter verletzt / Absicht oder Versehen? / Zeuge kann sich an nichts erinnern

Beim Fußball flog die Faust

nt Stendal. Hat der heute 26-jährige Enrico K. am 8. September 2012 beim Pokalspiel des 1. FC Lok Stendal gegen den Halleschen FC einem Polizeibeamten absichtlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen?  

Oder war es ein Versehen? Um diese Frage zu klären, sollten in dieser Woche am Stendaler Landgericht zwei Zeugen gehört werden.

Kurz nachdem die Verhandlung begonnen hatte, fragte der Richter den Angeklagten, wo denn der Zeuge sei, bei dem K. zurzeit wohnt und den er eigentlich zur Verhandlung mitbringen sollte. Der Angeklagte antwortete, dass der Zeuge schlafe, weil er erst vor Kurzem von der Nachtschicht gekommen sei.

Aus dem Gericht

Daraufhin bat der Richter den Angeklagten, den Zeugen anzurufen und ihn zu bitten, schnellstmöglich im Landgericht zu erscheinen. Das tat K. auch. Am Telefon sagte der Zeuge, er wolle wissen, was passiert, wenn er nicht erscheint. Darauf der Verteidiger: Dann wird er vorgeladen. Der Richter betonte, dass es besser wäre, wenn der Zeuge sofort käme. Nach knapp zehn Minuten erschien der Zeuge in lässiger Freizeitkleidung im Gerichtssaal.

Nach der üblichen Belehrung des Richters sollte er schildern, was an jenem 8. September 2012 beim Fußballspiel passiert ist. Der Zeuge: „Das ist vier Jahre her, ich war alkoholisiert. Da ist nichts mehr drinne.“ Auf eine Nachfrage des Richters und des Verteidigers erwiderte der Zeuge erneut, dass er überhaupt keine Erinnerung mehr an den besagten Tag habe.

Ein zweiter Zeuge, der an diesem Tag aussagen sollte, erschien nicht: Sein Wohnsitz konnte nicht rechtzeitig ausfindig gemacht werden, weshalb er nicht vorgeladen werden konnte.

Der Prozess am Landgericht wird fortgesetzt.

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