Gregorianik-Konzert begeistert Besucher: Protagonisten im Mönchskutten im Dämmerlicht der einstigen Klosterkirche

Beifallsstürme für hohe professionelle Gesangskunst

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Die sieben Sänger der Gruppe „The Gregorian Voices“ entließ das Stendaler Publikum nicht ohne mehrere Zugaben aus dem Musikforum Katharinenkirche.

hh Stendal. Dass in den östlichen Religionsgemeinschaften Orgeln oder andere Musikinstrumente verpönt waren und in der Liturgie der russisch-orthodoxen Kirche sowie in gregorianischen Klöstern nichts zu suchen hatten, hat eine ganz besondere Form der Vokalmusik hervorgebracht.

Sieben stimmgewandte Männer haben sich dieses Genres angenommen. Als Gruppe „The Gregorian Voices“ beeindrucken sie ihre Zuhörer mit klassisch gregorianischen und russischen Liturgiegesängen.

Es klingt fast wie eine Orgel, wenn sie vielfach zunächst einstimmig in verschiedenen Oktavlagen die Weisen anstimmen, die sich in besonderen Kirchentonarten des Ostens modellieren, basierend auf profunden fast monotonen aber immer stimmigen Bässen, auf denen die Tenöre ihre Gottesanbetung darbieten.

„Kyrie – Gloria“ und „Das heilige Abendmahl“ werden musikalisch zelebriert. „Herr erbarme Dich“ der allmächtige Gott angerufen. Das Konzertforum blieb im Dämmerlicht weniger indirekter Scheinwerfer zum Gesang der in lange Mönchskutten gekleideten Männer.

Selbst die im zweiten Konzertteil erklungenen weltlichen Weisen konnten und wollten das „Gregorianische“ nicht verleugnen.

Geschickt hatte die Gruppe zum Beispiel „I love you“ oder „Dóbry djen – Guten Tag“ so arrangiert, dass man auch hier glaubte eine Liturgie ihrer Religion zu hören. Der Überraschungseffekt war damit jedenfalls gelungen und die Referenzen an deutsche Lieder mit „Ave Maria“ und „Guten Abend, gut Nacht“ rissen die Besucher zu reinen Beifallsstürmen hin. Dass die sieben Sänger der „Gregorian Voices“ Zugaben singen mussten, war schon nahezu selbstverständlich bei all der Begeisterung für ihre hohe professionelle Gesangskunst.

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