Fläche vor Restaurant bleibt vergeben

Behindertenparkplatz in Stendal abserviert

Ein Mitarbeiter des Bauhofes setzt ein Verkehrsschild am Marktplatz in Stendal.
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Das Parkschild rückt weiter: Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes haben in der Morgensonne mit der Arbeit vorm Olivenbaum an der Straße Kornmarkt begonnen.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Die Diskussion um Behindertenparkplätze am Stendaler Marktplatz scheint gegessen. Die Flächen vor einem neuen Restaurant dürften dafür auch in nächster Zeit nicht mehr genutzt werden. Und der Ersatz ist nun buchstäblich einbetoniert worden.

Stendal – Die beiden früheren Behindertenparkplätze an Stendals Marienkirchstraße kehren nicht wieder. Das neuste Restaurant darf seine Gäste auch auf diesen Flächen bewirten, die Sondernutzungserlaubnis gilt bis Ende September. „Es ist derzeit geplant, dass danach die Stellplätze während des Winters zu normalen Stellplätzen für jedermann werden“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage mit. Und: „Im Sommer könnten diese dann wieder für die Außengastronomie genutzt werden.“ Ob das allen schmecken kann, bleibt abzuwarten. Wegfall und Verlegung der Parkmöglichkeiten für Menschen mit Handicap hatten im Frühsommer für Diskussionen unter den Bürgern und in politischen Gremien geführt. In dieser Woche ist die Entwicklung nun baulich verfestigt worden.

Insgesamt zwei Behindertenparkplätze soll es auch weiterhin an den Marktplatzstraßen geben.

Außengastronomie im Sommer möglich

Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes haben die umgewidmeten Stellflächen nach einigen Anregungen weiter hergerichtet. Fischbach: „Es wurden bauliche Änderungen an den beiden Behindertenparkplätzen durchgeführt, die als Ersatz für die zwei temporär weggefallenen Plätze geschaffen wurden.“ Zum Einsatz kam dafür nicht zuletzt ein Spezialbohrer. Vor dem Geschäft Olivenbaum (Kornmarkt) ist das Parkhinweisschild um circa zwei Meter versetzt worden, um die Fläche breiter zu machen, sodass Rollstuhlfahrer aus dem Heckbereich eines Fahrzeugs aussteigen können. Und die Parkfläche vor dem Stadthaus 2 muss so hergerichtet werden, dass sie eine Länge von siebeneinhalb Metern erreicht. Frühere wie neue Behindertenparkplätze befinden sich direkt am Marktplatz.

Für die Arbeit abgegrenzt: Der Stellplatz am Stadthaus 2, Ecke Brüderstraße, soll ein Stück länger werden.

„Wir hatten also stets zwei Behindertenparkplätze am Marktplatz und werden auch weiterhin zwei haben“, betont der Stadtsprecher gegenüber der AZ. Die Veränderungen muss er nicht großartig verteidigen. „Das neueste Restaurant in der Marienkirchstraße erhielt eine erweiterte Sondernutzungserlaubnis, um seine Außengastronomie attraktiver zu machen. Gerade mit Blick auf die Nachwirkungen der bisherigen Pandemiewellen unterstützen wir die Stendaler Gewerbetreibenden und Gastronomen im Rahmen unserer verwaltungstechnischen Möglichkeiten.“ Bleiben die Kosten für das Umrüsten der Flächen in dieser Woche. Ein Preis lasse sich schwer benennen, das Tiefbauamt hat organisiert, der kommunale Bauhof umgesetzt. Die Leihgebühr für den Spezialbohrer beträgt gut 100 Euro pro Tag.

Behindertenparkplätze an den Marktplatzstraßen sollen der Stadt wichtig bleiben. „Der Individualverkehr mit dem Pkw nimmt gesamtgesellschaftlich noch immer einen unbestreitbaren Stellenwert in deutschen Städten ein“, ist Fischbach überzeugt. „Wenn wir Menschen mit Behinderung vollumfänglich am öffentlichen Leben teilhaben lassen wollen, sind Behindertenparkplätze also ein unverzichtbarer Teil der städtischen Barrierefreiheit in unserem Land.“ Ausreichend Parkplätze gerade in der Altstadt sind schon fast ein politischer Dauerbrenner in Stendal. Regelmäßig wird über zusätzliche Angebote gesprochen, immer wieder einmal ist auch die Rede von einem Parkhaus oder Parkdeck in der Nähe des Marktplatzes. Diskutiert wird aber auch über Verkehrsberuhigung.

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