Balkone für alle Blocks als weiteres Projekt

„Das ist kein Hexenwerk“: SWG baut Drei- zu Zweiraumwohnungen um

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Beispiel Stendal-Nord: Weil die DDR-typischen Dreiraumwohnungen keiner haben will, werden sie umgebaut.

Stendal. Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) baut um: Sie will typische DDR-Dreiraumwohnungen vermarkten. Das Problem: „Eine 55 Quadratmeter-Dreiraumwohnung mit winzigem Bad und winziger Küche will niemand“, sagt SWG-Chef Daniel Jircik.

Die Konsequenz: Die SWG macht nun aus ihren Dreiraumwohnungen sukzessive Zweiraumwohnungen. Und die gehen wie geschnitten Brot, glaubt Jircik.

Er führt die AZ durch eine der Wohnungen in Stendal-Nord: Was einst ein schmaler Schlauch von Bad war, ist nun zwar etwas verwinkelt, aber mit etwas mehr Raum gebaut, es gibt Dusche und Wanne sowie Waschmaschinenanschluss. Dafür wurde die Wand zur vorherigen Küche zum Großteil durchbrochen. Die Küche selbst ist mittlerweile da, wo vorher das kleine, dritte „Kinderzimmer“ war. Übrig bleibt von der Drei- also eine Zweiraumwohnung. Aber die Küche ist – verhältnismäßig – geräumig. „Da hätte man vielleicht früher drauf kommen können“, meint Jircik, „es ist ja kein Hexenwerk“. Gerade eine ordentliche Küche sei in Zeiten von immer mehr Kochsendungen ein Zeichen von Wohnqualität. Zum Teil sei in den Bädern 20 bis 30 Jahre lang nichts gemacht worden. Der Umbau einer Wohnung koste etwa 15 000 Euro. Bisher steht das Projekt noch am Anfang. Aber es könnten 200 bis 300 umgebaute Wohnungen werden.

Weitere Projekte, die die SWG anstrebt, ist beispielsweise der Anbau von Balkonen an allen Blocks – auch an Eck-Wohnungen oder externe Fahrstühle an den Gebäuden der Adam-Ileborgh-Straße – von denen aus dann „frei schwebende“ Laubengänge zu den Wohnsegmenten führen. Diese Arbeiten, sowie die Verschönerung von Eingangsbereichen oder Außenanlagen, hätten mittlerweile dazu geführt, dass die SWG Mietanfragen mittlerweile auf die Warteliste setzen müssten. Der Leerstand der SWG hat sich von 30 Prozent vor einigen Jahren auf derzeit sechs Prozent veringert.

Von Kai Hasse

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