Grüne Sommertour durch Sachsen-Anhalt startet an Stendaler Vorzeige-Standorten

Bauhaus-Stil soll Gäste anlocken

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Mit Lichthof und Glasdach ist das Kaufhaus am Winckelmannplatz 1930 als hochmodernes Bauhaus-Gebäude eröffnet worden. Das Bauwerk soll jetzt Teil des landesweiten Netzwerks „Bauhaus Dessau“ werden. Fotos: Mahrhold/dpa

Stendal/Altmark. Das Bauhaus-Potenzial in der größten Stadt der Region will Dorothea Frederking (Grüne) stärker und besser in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

„Die Altmark könnte ihr Tourismuskonzept erweitern“, begibt sich die Landtagsabgeordnete am heutigen Montag zu den drei Stendaler Bauhaus-Standorten. Mit dem Ziel, dass die Altmark unter der Marke „Grüne Wiese der Moderne“ beim Bauhaus-Jubiläum mit im Boot ist, da sich 2019 die Gründung des Weltkulturerbes „Bauhaus“ zum 100. Mal jährt.

Die Arnold-Kollektion des Stendaler Stahlrohrmöbelherstellers soll als Bauhaus-Wirkstätte der Moderne klassifiziert werden.

Ihre Sommertour führt die grüne Landtagsfraktion bis Freitag durch Sachsen-Anhalt. Zum Auftakt in der Rolandstadt steht heute Vormittag als Erstes ein Besuch in der Ganztagsschule „Comenius“ an der Blumenthalstraße auf dem Programm, wo ein Gespräch mit Direktorin Heidemarie Henning geplant ist. Das im Bauhaus-Stil errichtete Kulturdenkmal ist aufwendig saniert worden. Frederking: „Es ist eines von 39 Orten, die Teil einer Liste von 90 Standorten in Sachsen-Anhalt sind, die in das neue Netzwerk ,Bauhaus Dessau und die Orte der Moderne’ aufgenommen wurden.“

Die im Bauhaus-Stil errichtete Ganztags-Sekundarschule ist als Kulturdenkmal in die Netzwerk-Liste aufgenommen worden.

Auch das Stendaler Traditionskaufhaus am Winckelmannplatz ist in den Blickwinkel der Grünen-Politikerin gerückt. Frederking: „Das 1930 fertiggestellte Modehaus Ramelow war einst ein hochmodernes Bauhaus-Gebäude mit Lichthof und Glasdach. Es ist bisher nur in der Auswahlliste vorhanden, aber nicht für das landesweite touristische Netzwerk vorgesehen. Eine Beteiligung der Eigentümer oder Verantwortlichen wurde seitens des Landes nicht vorgenommen.“ Die Landtagsabgeordnete hält es für denkbar, dass das Gebäude doch noch Teil des Netzwerks werden könne. Das Treffen mit Storemanagerin Annett Noffke wolle sie nutzen, „um zwischen Land und dem Unternehmen von Marc Ramelow zu vermitteln“, wie Frederkings Sprecher Mathias Fangohr der AZ vorab erklärt.

Dorothea Frederking

Das Vermächtnis der 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründeten Kunstschule spielt auch auf Frederkings dritten Stendal-Termin eine wichtige Rolle, wenn der Stahlrohrmöbelhersteller L&C an der Lüderitzer Straße aufgesucht wird. Mit Vertriebsleiterin Marita Schulze wird das besondere Angebot in Gestalt der Arnold-Bauhaus-Kollektion thematisiert. Inspiriert durch die Nähe zum Bauhaus Dessau werde in dem Unternehmen seit 1925 an verfahrenstechnischen Ideen zur Serienfertigung ausgewählter Bauhaus-Möbel gearbeitet, weiß die Politikerin. „Da es sich bei L&C nicht um ein Kulturdenkmal handelt, wurde es bisher noch nicht einmal in der Datenbank erfasst“, beklagt sie. Ihr Ziel sei es, dass auch Wirkstätten der Moderne, wozu sich der Stendaler Stahlrohrmöbelhersteller zählen könne, entsprechend gewürdigt werden. „Die Firma sieht sich noch heute in der Tradition verpflichtet“, betont Frederking.

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