Bauernhof-Familie in Tornau sattelt von Straußen auf Wachteln um 

Bei Finkes ist jeden Tag Ostern

Madlen Finke mit zwei Wachteln der Sorte Celadon.
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Madlen Finke mit zwei Wachteln der Sorte Celadon.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Tornau – Mit dem Wechsel von der Straußenfarm zum Wachtelstübchen hat sich schmackhafter Federvieh-Minimalismus auf dem Bauernhof von Familie Finke eingestellt.

Als Teil des Landwirtschaftsbetriebs von Hausherr Steffen scharren und wuseln in Bodenhaltung unter dem Dach einer stattlichen Backsteinscheune aktuell rund 300 äußerst filigrane Piepmätze. Damit haben die Züchter von den einstmals unter ihren Fittichen gehaltenen immerhin größten, schwersten und schnellsten Vögeln dieser Erde auf weltweit kleinste Hühnervögel umgesattelt. „Es lohnte sich nicht, weil kein Markt dafür da war“, resümiert „Kükenmutter“ Madlen Finke das Ende der Tornauer Straußenfarm vor einigen Jahren.

Wachtelstübchen von Familie Finke in Tornau.

Und weil sich an Wachteleiern längst nicht nur Feinschmecker laben, sondern auch Gesundheitsbewusste, Allergiker und Diabetiker Appetit auf die gescheckten Naturprodukte haben, ist bei Familie Finke jeden Tag Ostern. Meistens aber für Familienmutter Madlen, weil sie es sei, die die von den Hennen weitgehend wahllos im Einstreu abgelegten Eier, fast wie Aschenputtel, mit aller Vorsicht aus Holz- und Hobelspänen sortiert. Etwa eine Stunde pro Tag sei dafür und für Hege und Pflege der Allerjüngsten im Kükenheim nahe der Tornauer Dorfstraße nötig. „Das macht schon Arbeit“, sagt Finke. Zumal zur immerwährenden Arbeit im Wachtelstall noch ihr Hauptberuf komme. Und nicht zuletzt wollen auch die drei Töchter Laura (12), Lena (10) und Lotta (2) umsorgt sein.

„Es ist ein regelrechter Hype“, schildert die Tornauer Wachtelstübchen-Verantwortliche das gewachsene Interesse am bunt gescheckten Naturprodukt. Die Tiere gehörten der Rasse Celadon an. Dabei handele es sich um japanische Legewachteln, die das in Züchterkreisen als außergewöhnlich geltende Celadon-Gen in sich tragen würden. Dieses sorge dafür, dass hellblaue, dunkelblaue und türkisfarbene Eier entstehen. Beliebt bei Tornauer Eierkäufern seien aber auch graue, weißbraune, schwarze und rote Wachteleien. Allesamt enthielten sie weniger Cholesterin als Hühnereier und seien so auch eine Alternative für Hühnerei-Allergiker. Wer sich für Finkes Wachteln interessiert, kann unter Tel. (0162) 8759925 einen Termin vereinbaren.

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