Die Ruhe vor dem Sturm

Bauarbeiten an Stendaler Flüchtlingsunterkunft starten ab 25. Februar

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Noch liegt die ehemalige DDR-Grenztruppenkaserne im Dornröschenschlaf: In gut einer Woche beginnt der Umbau zur Flüchtlingsunterkunft. 

Stendal – Momentan ist es noch ruhig auf dem Gelände der ehemaligen DDR-Grenztruppenkaserne an der Gardelegener Straße in Stendal – die Ruhe vor dem Sturm. Denn ab Montag, 25. Februar, soll der Umbau zur Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge beginnen.

Im Vorfeld seien schon einige Vorbereitungen für den Umbau getroffen worden, wie das Innenministerium auf AZ-Anfrage mitteilt. Bereits im November 2017 waren Planungsleistungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro beauftragt worden. Im vergangenen Jahr wurde eine neue Zufahrtsstraße für Zoll und THW errichtet. Zudem wurden einige Gebäude auf dem Ex-Militärgelände entkernt, teilweise auch abgerissen, wie etwa das damalige Kasino der Grenztruppen. Aufgrund eines 2016 verhängten Baustopps konnte der Umbau jedoch noch nicht in Angriff genommen werden – bis jetzt. Inzwischen ist der Landeshaushalt beschlossen und die Mittel für das knapp 30 Millionen Euro teure Großprojekt freigegeben.

Derzeit wird in den zuständigen Fachämtern des Innenministeriums noch eifrig geplant. Die Ausschreibungen für Leistungen wie Tiefbau und Elektroversorgung sind bereits erfolgt. Doch wie geht es dann weiter? „Als nächstes soll eine Trafostation errichtet werden“, informiert Sandra Peschke, Pressesprecherin im Innenministerium, über die folgenden Schritte. Der Bau eines Heizhauses sei für den Monat Mai geplant. Mit der Sanierung von Gebäude 4 solle im Juli begonnen werden, heißt es weiter. Der Umbau der Gebäude 6, 7 sowie die Außenanlagen seien derweil in Planung.

Die Immobilie an der Gardelegener Straße befindet sich im Besitz des Bundes. Er überlässt sie dem Land, solange, wie sie als Flüchtlingseinrichtung genutzt wird. Für den Umbau bezahlt der Bund mehr als 21 Millionen Euro.

War im März 2018 noch die Rede davon, dass die ersten Flüchtlinge möglicherweise Ende 2019 einziehen können, ist man im Ministerium inzwischen von dieser Meinung abgerückt. Die vollständige Übergabe an den Nutzer, also das Land, sei für Juli 2022 geplant, erklärt Peschke. „Es wird noch geprüft, inwieweit eine Teilinbetriebnahme ab dem vierten Quartal 2021 möglich ist.“

Insbesondere sollen in Stendal Kinder, Frauen, Behinderte und traumatisierte Menschen aufgenommen werden. Die Kapazität liegt bei maximal 1000 Menschen, die bis zu 18 Monate in der Einrichtung bleiben können. Es wird eine ständige Auslastung von mindestens 30 Prozent gefordert (die AZ berichtete).

VON CHARLOTTA SPÖRING

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