Erster A14-Abschnitt bei Colbitz soll 2014 zu befahren sein / Webel weiter optimistisch

Verzögerung kostet 26 Millionen

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Verkehrsminister Thomas Webel gibt gestern den Startschuss für den Streckenbau am ersten A14-Abschnitt.

Altmark/Colbitz. „Im Jahr 2020 werden wir auf der A14 von Magdeburg bis Schwerin fahren können!“ Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) lässt sich in seinem Optimismus weder durch die Klagewelle der Umweltschutzorganisation BUND gegen das Projekt, noch durch die Ankündigung des Bundesverwaltungsgerichtes, sich erst im nächsten Jahr mit dem Thema zu befassen, erschüttern.

 „Im Hinblick auf die Menschen in der Altmark, die sehnlich auf die Umsetzung des Lückenschlusses warten, kann ich nur an die Richter in Leipzig appellieren, das Verfahren möglichst zügig zu Ende zu bringen“, sagte er zum Start des Streckenbaus am ersten A14-Abschnitt bei Colbitz gegenüber der Altmark-Zeitung. Dort rollten gestern mit vierwöchiger (witterungsbedingter) Verspätung die Bagger an. Die 5,6 Kilometer lange, 49 Millionen Euro teure, Trasse zwischen Mose und Colbitz soll im Herbst 2014 für den Verkehr freigegeben werden. Wann es dann weiter geht, ist unklar. Gegen die nächsten beiden Abschnitte liegen mehrere Klagen vor.

„Wir sind glücklich, als Erste über die neue Autobahn fahren zu können“, freute sich Colbitz´ Bürgermeister Horst Kühnel zunächst und fügte hinzu: „Wir hätten die Autobahn, lieber heute als morgen.“ Mit Blick auf die Verzögerungen (auch gegen den Abschnitt bei Colbitz war der BUND vor Gericht gezogen) platzte ihm dann aber der Kragen: „Was sich bestimmte Verbände herausnehmen, stinkt zum Himmel. Hier ist die Politik gefordert, endlich einen Schlussstrich zu ziehen und die Förderung solcher Organisationen auf den Prüfstand zu stellen. 90 Prozent der Bevölkerung wollen die Autobahn“, sagte der Bürgermeister.

„Wir bauen die grünste Autobahn Deutschlands“, beteuerte Webel erneut und belegte das damit, dass ein Viertel der Bausumme von insgesamt 1,3 Milliarden Euro für Umweltschutzmaßnahmen aufgewandt würde. Jedes Jahr Verzögerung bedeute zwei Prozent Kostensteigerung, also etwa 26 Millionen Euro. Davon hätte man einige Umweltschutzmaßnahmen mehr bauen können, erklärte er. Ungeachtet der Verzögerung sei die Finanzierung der Altmark-Autobahn weiterhin gesichert, versicherte der Minister. Die Bundesregierung werde das nötige Geld zum entsprechenden Zeitpunkt zur Verfügung stellen.

Auch beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Freitag in Stendal war das Thema zur Sprache gekommen. „Die Autobahn kommt“, versprach Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) im Anschluss. „Wir bauen doch keine Fledermausbrücken in die Landschaft, ohne dass darunter eine Straße führt. Die Tiere müssen doch wissen, warum sie dort lang fliegen sollen“, wurde der Regierungschef gegenüber der Altmark-Zeitung mit Blick auf die vorliegenden Klagen ironisch.

Von Christian Wohlt

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