Kuriose, aber auch dramatische Einsätze für Stendals Feuerwehr im Jahr 2017

Bartagame in der Biotonne und ein Reh im Pool

Etienne Weinhaupt und Leeann Spinnrad berichteten über die Aktivitäten der 19 Mitglieder zählenden Jugendwehr im vergangenen Jahr. 156 Dienststunden wurden absolviert. Fotos (2): Klos
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Etienne Weinhaupt und Leeann Spinnrad berichteten über die Aktivitäten der 19 Mitglieder zählenden Jugendwehr im vergangenen Jahr. 156 Dienststunden wurden absolviert.
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Stendal. Die Rauchmelderpflicht in privaten Haushalten macht sich bezahlt. Diesen Eindruck hinterlässt die Einsatzstatistik der Feuerwehr Stendal, die deren Leiter Michael Geffers während der Jahreshauptversammlung vorstellte.

Seine Präsentation mit Bildern zeigte eine große Anzahl an Küchenbränden in der Entstehungsphase durch vergessenes Essen oder Handtücher auf dem heißen Herd. Vollbrände waren im vergangenen Jahr selten, auch, weil die Brandmelder rechtzeitig Alarm geschlagen haben.

Direkte Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen gab es in 41 Fällen. Zur Statistik gehören auch 30 Fehlalarme. Ein solcher zog eine Großübung nach sich: Beim Konzert der Band „Karat“ mussten die Brandschützer das Theater der Altmark evakuieren. Die Musiker konnten ihre Show aber fortführen und dankten den Brandschützern mit einem Erinnerungsfoto.

Dreimal wurden die Ehrenamtlichen böswillig alarmiert.

Zu den geleisteten 5921 Einsatzstunden, die sich auf 72 aktive Brandschützer verteilen, gehörten auch kuriose Fälle. Eine Bartagame wurde aus einer Biotonne gerettet, ein Reh aus einem Pool und Diebesgut für die Stendaler Polizei aus der Uchte geborgen. Die „Bananenspinne“, die keine war, es aber ins Fernsehen geschafft und bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, beschäftigte die Stendaler Feuerwehr außerdem.

Zu den Einsätzen 2017 gehörten aber auch dramatische Fälle, die auch emotional zu verkraften waren. Geffers erinnerte an den schweren Unfall an der Kreuzung zwischen der Landesstraße 16 und der Bundesstraße 189 in Richtung Arneburg kurz nach Freigabe der frisch sanierten Strecke. In Erinnerung blieb auch der Unfall an der Bruchstraße, bei dem eine ältere Dame ums Leben kam. Und die Suche nach einer Person im Dreschsee, die leblos gefunden wurde.

Von Alexander Klos

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Das Einsatzjahr 2017 der Feuerwehr Stendal in Zahlen:

  • 194 Brandeinsätze 
  • 182 technische Hilfeleistungen 
  • 30 Fehlalarme

Einsätze insgesamt: 

2017: 411 2016: 271 2015: 308 2014: 192

2018: 21 Einsätze bis 20. Januar

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Wehr auf Nachwuchs-Akquise

19 Jugendliche und 17 Kinder organisiert / Stadt sagt finanzielle Hilfe zu

xp Stendal. Für die Stadt Stendal sagten Oberbürgermeister Klaus Schmotz, Dr. Herbert Wollmann (SPD) und Joachim Röxe (Linke) auch künftig finanzielle Hilfe für Stendals Feuerwehr zu. Indes appellierte Stadtwehrleiter Michael Geffers während der Jahreshauptversammlung daran, dass das Akquirieren von Nachwuchs nicht allein Aufgabe der Ehrenamtlichen sein könne. 

Wie viele der aktuell 19 Mitglieder der Jugendwehr tatsächlich den aktiven Dienst wechseln werden, sei unklar, führte Geffers an. Die Jugendfeuerwehr brachte 156 Dienststunden zusammen und konnte unter anderem das Beseitigen einer Ölspur und das Löschen eines Brandes trainieren, wie Etienne Weinhaupt und Leeann Spinnrad berichteten. Für die Kinderwehr (fünf Mädchen, zwölf Jungs) resümierten Louis Bierhals und Malte Konieczny das Jahr 2017. Wie ein Notruf abzusetzen ist oder Erste Hilfe geleistet wird, lernten sie unter anderem. Aber auch der Besuch des Stendaler Polizeireviers beeindruckte die Kinder. Die Wehr will ihre Brandschutzerziehung, vor allem an Schulen, weiter ausbauen.

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