Kapitalmarktrecht-Anwalt vertritt die Kreissparkasse

Bank will sich mit Klägern „bilateral verständigen“

+
Wegen gekündigter Sparverträge klagt ein Ehepaar am Landgericht Stendal.

tje Stendal. „Die Beklagte ist ein Wirtschaftsunternehmen“, stimmt Vorsitzende Richterin Nicole Simon am Montagnachmittag in Landgerichtssaal 122 die Eheleute W. sicher nicht froh.

Das Paar zählt zu den rund 2200 Kunden, denen die Kreissparkasse Stendal Anfang Dezember 2016 hoch verzinste „S-Prämiensparen flexibel“-Verträge mit hoher Laufzeit kündigte, weil sie ein „Minusgeschäft“ seien, wie ein Sprecher der Bank erklärt hatte (AZ berichtete). Das Geldinstitut zog seinerzeit nach, wie zuvor die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld bereits rund 2000 Altverträge beendete. In die Fälle schaltete sich dann die Verbraucherzentrale ein, deren Beratungsstelle Stendal Mitte Dezember dem Ansturm verärgerter Kunden nicht Herr wurde und Beratungstermine im neuen Jahr anbieten musste.

Während laut Gerichtssprecher Michael Steenbuck „zwei Parallelfälle“ an das Amtsgericht Stendal verwiesen wurden, weil ihr Streitwert unter 5000 Euro liege, erlebte der gestrige Gütetermin im Landgericht einen großen Ansturm. Auf den Zuschauerbänken saßen auch einige Mitbetroffene, die ebenfalls gerichtlich gegen die Kreissparkasse vorgehen und die sich in der Sitzung eifrig Notizen machten. Und obwohl es wie erwartet beim ersten Aufeinandertreffen der Parteien nicht zu einer gütlichen Einigung kam, scheinen beide Seiten kompromissbereit zu sein. „Wir wollen bilateral sehen, ob wir uns verständigen können“, kündigte Kreissparkassen-Anwalt Guido Kutscher an. Der Fachjurist für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Naumburg hatte in der Sitzung Kreissparkassen-Justiziar Dirk Wöbbeking an der Seite.

„Die Kläger wollen sich einigen und Kunden der Sparkasse bleiben“, sagte Thomas Voigt als Rechtsbeistand des Ehepaars. „Der Fall eignet sich nicht zum Verallgemeinern“, verwies er auf „individuelle Absprachen“ mit Mitarbeitern der Bank. Nächster Termin ist am 9. Oktober, 9 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare