Interregio-Verbindung Hamburg-Berlin soll später kommen / Sitzung des Stadtrats abwarten

Bahnverbindung liegt auf Eis

in Zugbegleiter steht auf dem Ostbahnhof in Berlin am Interregio-Express (IRE) Berlin-Hamburg.
+
Die Wiederbelebung der Interregiostrecke Hamburg-Berlin liegt vorerst auf Eis. Die Stadtverwaltung betont die Wichtigkeit der Verbindung für die Hansestadt. 
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
    schließen

Die Bahn hat die Wiederbelebung der Interregio-Verbindung Hamburg-Berlin vorerst auf Eis gelegt. Da die Zusicherung, die Strecke schnell wieder starten zu lassen, glaubwürdig erscheine, wolle die Verwaltung, zumindest vorerst, keinen Druck machen

Stendal – „Die proaktive Kommunikation der Deutschen Bahn möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich loben“, erklärt Stadtsprecher Armin Fischbach zur Ankündigung der Bahn, die Interregio-Strecke Hamburg-Berlin doch nicht wie vorgesehen ab dem 29. April wiederzubeleben (AZ berichtete). Per E-Mail sei die Stadtverwaltung am Dienstag darüber in Kenntnis gesetzt worden. „Oberbürgermeister Schmotz wurde versichert, dass die Deutsche Bahn sich diese Entscheidung nicht einfach gemacht hat und sie alles daran setzen werden, dass der IRE Berlin-Hamburg schnellstmöglich wieder verkehren wird, sobald das Infektionsgeschehen und die Bund-Länder-Beschlüsse einen sicheren Betriebsstart wieder zulassen“, berichtet Fischbach auf AZ-Anfrage. Die Versicherung der Bahn scheine der Hansestadt soweit glaubwürdig, weshalb sie keinen weiteren Druck ausüben wolle. Gleichwohl bestehe sie darauf, dass die Bahn sich an ihre Worte hält und den Interregio Berlin-Hamburg schnellstmöglich wieder installiert. Dem Stadtrat sei das Schreiben der Bahn gestern zugeschickt worden. Sollten die Fraktionen weitere Schritte beschließen, werde die Stadtverwaltung diese entsprechend vornehmen.

Dass es offenbar Redebedarf gibt, zeigt Bundestagsabgeordneter Marcus Faber (FDP), der auch Mitglied des Stadtrates ist: „Der IRE ist für die Altmark sehr wichtig. Die Begründung der Bahn, die Verbindung wegen des Verzichts auf nicht notwendige Reisen zu verschieben, ist falsch. Im Zug sitzen Berufspendler und keine Leute, die sich sonntags mal den Hamburger Hafen anschauen wollen. Mein Unverständnis werde ich der Deutschen Bahn auch in einem Offenen Brief erläutern.“

Auch die Hansestadt betont die große Wichtigkeit der Strecke. Die Verbindung sei deshalb so wichtig, weil Stendals „hervorragende Anbindung an das Schienennetz eine unserer größten Stärken ist und somit ein handfester Standortvorteil für Wirtschaft, Tourismus und Stendal als Wohnort.“ Für zahlreiche Menschen sei es ein unverzichtbares Stück Lebensqualität, im geregeltem Takt und auf schnellstem Weg nach Hamburg, Berlin und in viele weitere deutsche Städte zu kommen. Besonders für Berufspendler sei die Verbindung Gold wert und erhöhe die Attraktivität der Hansestadt als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. „Die Hansestadt Stendal erwartet daher, dass die erklärten Ziele der Bundes- und Landesregierung – gleichwertige Lebensverhältnisse für Stadt und Land zu schaffen – fest im Blick behält und diesen Vorzug unserer ländlichen Region schnellstmöglich wiederherstellt“, schließt Fischbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare