Grünes Licht für Millionen-Projekt

Bahnstation-Bau startet im Sommer: Stendal bekommt Stopp „Hochschule“

Seit Jahren, ja Jahrzehnten, warten Hochschule und Umfeld auf eine Bahnstation. Passiert ist an der Ecke Osterburger Straße / Mannstraße nichts, die Bilder gleichen sich. Nun sollen die Arbeiten aber im Sommer beginnen.
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Seit Jahren, ja Jahrzehnten, warten Hochschule und Umfeld auf eine Bahnstation. Passiert ist an der Ecke Osterburger Straße / Mannstraße nichts, die Bilder gleichen sich. Nun sollen die Arbeiten aber im Sommer beginnen.

Stendal – „Ja, der Haltepunkt wird auf jeden Fall errichtet“, will Jörg Bönisch letzte Zweifel ausräumen. Auch die Bauzeit für eine weitere Bahnstation in der Kreisstadt lässt sich offenbar konkreter fassen.

„Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Sommer 2021 und enden im Frühling 2022“, teilt der Bahnsprecher in Leipzig auf AZ-Nachfrage mit.

Erste Ideen für einen Bahnstopp im Norden und nahe den akademischen Einrichtungen hat es bereits in den 1990er-Jahren gegeben. „Die zukünftige Station wird ,Stendal Hochschule’ heißen. “ Beileibe nicht nur Mitarbeiter der Lehranstalt und Studenten sollen davon profitieren, auch Anwohner könnten verstärkt auf die Schiene umsteigen wollen.

Der Haltepunkt entsteht an der Eisenbahnbrücke Ecke Osterburger Straße / Mannstraße. Er wird unter anderem aus zwei Rampen, zwei Außenbahnsteigen, zwei Treppen und einer LED-Beleuchtungsanlage bestehen. Dazu gehören auch ein sogenannter dynamischer Schriftanzeiger für die Reiseinformationen, ein Wetterschutz, Sitzmöglichkeiten, Müllbehälter sowie Fahrplan- und Aushangvitrinen. Bei den Kosten lässt sich die Bahn schon länger nicht mehr allzu tief in die Karten schauen. „Zu den Gesamtkosten kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt umgesetzt, heißt es vom Konzernsprecher in Leipzig.

Für den schmalen Groschen ist ein solches Projekt natürlich nicht zu haben. Im Februar vergangenen Jahres war die Rede von dreieinhalb Millionen Euro, etwa eine Million Euro mehr als einige Monate zuvor. Weil fast überall die allgemeinen Baupreise anziehen, könnten auch die Ausgaben für dieses Vorhaben eher steigen als sinken. Schon 2016 schienen die Zeichen auf Grün, und das auch nicht das erste Mal. Der Bahnkonzern ließ verlauten, mit dem Bau der Station im Spätsommer 2017 starten zu wollen. Noch 2018 hätte sie, wie in dieser Zeitung berichtet, in Betrieb gehen sollen. Doch nicht zuletzt das Planrechtsverfahren über die zuständige Bundesbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt, wollte einfach nicht enden.

Nun scheint alles in Sack und Tüten. Zuletzt hatte die Bahn das Projekt am Campus zeitlich immer wieder an den Ausbau des Hauptbahnhofs gebunden. „Die betriebstechnischen Aspekte sind miteinander gekoppelt, denn wegen der Auswirkungen auf den Zugverkehr ist es nicht möglich, an zwei Stellen zugleich zu bauen.“ Der Hauptbahnhof wird seit einigen Monaten um- und ausgebaut. Wenn der Zeitplan tatsächlich eingehalten werden kann, dürfte sogar der Hochschul-Bahnstopp rechtzeitig fertig sein, wenn der Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal stattfindet. Die Hanse- und Rolandstadt erwartet zum Landesfest vom 1. bis 3. Juli 2022 mehr als 200 000 Gäste.

Eine Haltestation an dieser Stelle ergebe Sinn, natürlich. Rund 2100 Personen seien derzeit am altmärkischen Standort der Hochschule Magdeburg-Stendal eingeschrieben. Studierende und Mitarbeiter könnten den Campus an der Osterburger Straße auf der Schiene dank des Haltepunkts künftig gut erreichen. „Dieser ermöglicht als Teil der Strecke Wittenberge – Magdeburg eine umsteigefreie und schnellere Anbindung zum Stendaler Hauptbahnhof. Von dort haben Reisende unter anderem Anschluss nach Berlin, Uelzen und Magdeburg“, weiß Bönisch. Ergo: Der Regionalverkehr dürfte spürbar gestärkt werden. Und davon haben nicht allein die Studenten aus nah und fern etwas, sondern eben auch Anwohner. 

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