Corona-Liebe: Dezember immerhin geburtenreichster Monat

Babyboom bleibt in Stendal vorerst aus

Elternglück in Coronazeiten: Wie hier in einer Hallenser Geburtsklinik gelten auch in Stendal und woanders im Land strengste Hygienevorschriften.
+
Elternglück in Coronazeiten: Wie hier in einer Hallenser Geburtsklinik gelten auch in Stendal und woanders im Land strengste Hygienevorschriften.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
    schließen

Schon der erste Lockdown im März vergangenen Jahres sollte zu mehr Nähe daheim geführt haben. So mancher hofft sogar auf einen regelrechten Babyboom, wenn denn Corona schon derart ungewohnte Einschränkungen bedeutet.

Stendal – Das viel bemühte Arbeiten in den eigenen vier Wänden, auch Homeoffice genannt, die Kontaktverbote außerhalb, die Reisebeschränkungen und geschlossenen Freizeitstätten könnten doch durchaus auch das Liebesleben der Altmärker angekurbelt haben.

Nun ja, einen Boom kann Dr. Alexander Neumann, Oberarzt in der Frauenklinik Stendal, nicht gleich ausmachen. Wenngleich der Dezember mit 82 Geburten der entbindungsreichste Monat 2020 gewesen sei.

„Das ist das einzig Auffällige“, fasst Claudia Klupsch, Sprecherin des Johanniter-Krankenhauses, für die Leitung der Frauenklinik zusammen. Und noch einmal: „Von einem Boom ist nicht zu sprechen.“ Wer darauf hofft, dass Corona zu spürbar mehr Elternglück verhilft, muss sich zumindest noch gedulden. Die Zahl für den ersten Monat im neuen Jahr liege im normalen Bereich, erfährt die AZ auf Nachfrage weiter. Bis 20. Januar gab es demnach 37 Geburten. Die Geburtsstation in Stendal ist ein wichtiger Indikator für demografische Entwicklungen. Allerdings werden nicht alle Kinder aus dem Großraum Stendal und schon gar nicht alle aus dem Landkreis dort geboren.

„Der Trend ist schwierig auszumachen, da die Klinik wegen Corona und Sicherheitsbedenken ausschließlich Risikoschwangerschaften direkt betreut“, verweist Klupsch auf momentane Herausforderungen. „Die Frauen mit unauffälliger, normal verlaufender Schwangerschaft kommen erst zur Entbindung ins Krankenhaus.“ Väter dürfen nur mit in den Kreißsaal unter entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Eine werdende Mutter wird bei der Aufnahme getestet, sollte der Test positiv sein, wird sie isoliert. Festes Personal, eine Hebamme und ein Arzt in Vollschutz, betreut sie die gesamte Entbindungszeit über. Das sei bislang einmal vorgekommen und habe auch gut funktioniert.

Die Krankenhaussprecherin liefert die Zahlen für das vergangene Jahr gleich mit. Demnach gab es 2020 insgesamt 729 Geburten, darunter zwölf Zwillingsgeburten. 378 Mädchen und 363 Jungen kamen in der Stendaler Frauenklinik auf die Welt. Wobei und noch einmal: Nicht alle Frauen aus dem Einzugsbereich müssen dort entbinden und es kommen nicht allein Frauen aus der Ostaltmark in diese Klinik. Weitere und detaillierte Zahlen gerade für 2020 sind im Einzelnen noch nicht greifbar, die Standesämter führen das Geburtenregister. Für 2019 hatte das Stendaler Standesamt insgesamt 771 Neugeborene registriert, etwas mehr als im Jahr zuvor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare