Johanniter-Krankenhaus weist Vorwürfe zurück

AZ-Leserin schockiert: Abgewiesen an der Stendaler Notaufnahme

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Mit akuten Beschwerden wurde der 62-jährige Uwe Seebert aus Burgstall vor einigen Wochen ins Johanniter-Krankenhaus Stendal überwiesen.

Stendal – Bettina Seebert (62) ist bedient. Nach einem Besuch mit ihrem an Schmerzen leidenden Ehemann Uwe in der Notaufnahme des Stendaler Johanniter-Krankenhaus spricht die Burgstallerin von dort herrschenden „Missständen“.

Nun wendet sie sich an die Öffentlichkeit, weil sie auf ihre Erlebnisse aufmerksam machen möchte. Der AZ schreibt sie, sie hoffe, dass so die „Behandlung in Zukunft verbessert“ werden könne.

Aber mal zwei Wochen zurückgespult: „Am 26. Juli wurde mein Mann von seiner Hausärztin ins Johanniter-Krankenhaus überwiesen“, erzählt die 62-Jährige. Seit über einer Woche sei dieser wegen „unerträglicher Rückenschmerzen“ krank geschrieben. „Auch die Spritzen brachten keine Linderung“, berichtet sie. Und: „Er sollte sich mit der Einweisung in der Notaufnahme melden, dort sollte gleichzeitig eine Röntgenaufnahme gemacht werden.“

Doch es kam anders, als sich das Paar erhoffte. In Stendal angekommen, habe ein Arzt einen Blick auf Uwe Seebert geworfen. Was die Burgstallerin schockiert hat: „Mein Mann wurde von dem Arzt gefragt, was er hier wolle. Er sei kein Notfall und am Wochenende würde sowieso keine Diagnostik durchgeführt werden“, schreibt sie der AZ. Ihr Partner habe dann lediglich ein Rezept für weitere Schmerztabletten bekommen und „musste unbehandelt wieder das Krankenhaus verlassen.“

Nur vier Tage nach dem Vorfall sei ihr Mann in der Helios Fachklinik in Vogelsang aufgenommen worden, wo er aufgrund eines akuten Bandscheibenvorfalls sofort operiert wurde.

Die Erlebnisse in Stendal kann die Burgstallerin so schnell nicht vergessen. Für sie steht fest: Die Behandlung in der Notaufnahme des Johanniter-Krankenhauses war „unakzeptabel“.

Doch das Krankenhaus, konfrontiert mit den Vorwürfen von Bettina Seebert, kommt zu einer völlig anderen Einschätzung. Ein Orthopäde habe die notwendigen Untersuchungen des Patienten übernommen, schreibt Krankenhaussprecherin Claudia Klupsch, und „keine Sensibilitätsstörungen oder neurologischen Ausfälle festgestellt“.

Klupsch führt weiterhin aus: „Da der Patient nach eigenen Angaben einen weiteren Termin bei einem Orthopäden am darauffolgenden Montag hatte, wurden ihm adäquate Schmerzmittel bis dahin verschrieben.“ Nach eingehender Untersuchung sei die Entlassung des Patienten aus Sicht des Krankenhauses „gerechtfertigt“.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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