A 14 beschert 20 Kollegen mehr

Autobahnpolizei nimmt Fahrt auf: Land sucht passendes Domizil in Stendal

Polizeieinsatz auf einer Autobahn im Norden der Republik. Die Aufgaben der Ordnungshüter sind vielfältig. Möglichst 2025 soll die Altmark-Autobahn fertig sein. Die neue Strecke dürfte die Region verändern, so oder so.
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Polizeieinsatz auf einer Autobahn im Norden der Republik. Die Aufgaben der Ordnungshüter sind vielfältig. Möglichst 2025 soll die Altmark-Autobahn fertig sein. Die neue Strecke dürfte die Region verändern, so oder so.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Sie soll der Region mehr Mobilität, mehr Arbeitsplätze, mehr Wohlstand und letztendlich auch mehr Bevölkerung bescheren. Polizei und Innenministerium schauen noch einmal mit ganz anderen Augen auf die Nordverlängerung der A  14.

Stendal – Sie rechnen mit höheren Unfallzahlen und können einen spürbaren Anstieg der Kriminalität zumindest nicht ausschließen.

Wo die Autobahnpolizei angesiedelt sein wird, scheint derweil noch offen. Einiges dürfte auf die Kreisstadt Stendal hinauszulaufen. Derzeit würden „Kapazitäten der vorhandenen landeseigenen Liegenschaften im Stadtgebiet“ geprüft, teilt Lars Fischer für das Ministerium mit. Die Arbeiten an der A  14 sollen 2025 abgeschlossen sein.

Die PI Stendal zählt etwa 700 Mitarbeiter und das Polizeirevier Stendal rund 190. „Nach dem derzeitigen Planungsstand werden circa 20 Kolleginnen und Kollegen zusätzlich Dienst auf der Bundesautobahn 14 versehen“, informiert Fischer. Im Zuge der jüngsten Strukturreform habe jede Polizeiinspektion mit Ausnahme der PI Zentrale Dienste in Magdeburg einen Zentralen Verkehrs- und Autobahndienst, kurz ZVAD, gebildet, der nicht zuletzt die „autobahnpolizeilichen Aufgaben im gesamten Dienstbezirk“ der jeweiligen PI wahrnehmen soll. Der ZVAD der PI Stendal stehe komplett, wenn die A 14 vollendet sei, keines der bereits fertigen Teilstücke führe durch den Zuständigkeitsbereich der Altmärker.

In welchem Maße organisierte Kriminalität die Altmark-Autobahn für ihre Geschäfte nutzen könnte, darüber will der Ministeriumssprecher nicht groß spekulieren. „Die Kriminalitätsentwicklung ist von vielen Faktoren abhängig. Neben soziodemografischen spielen dabei auch kriminalgeografische Faktoren eine Rolle.“ In Sachsen-Anhalt gebe es bereits mehrere Autobahnen, die Kriminalitätsbekämpfung sei entsprechend aufgestellt. „Strukturen und Zuständigkeiten“ seien auch im Bereich der PI Stendal „grundsätzlich schon etabliert“. Zum Gebiet gehören auch Westaltmark und Jerichower Land, durch das die A  2 verläuft. Viel tiefer lässt sich Fischer nicht in die Karten schauen.

Bei der möglichen Entwicklung der Unfallzahlen kann und will das Ministerium konkreter werden. Die Polizei Sachsen-Anhalt betreut aktuell auf der A   14 gut 112 Kilometer. 2019 wurden laut Fischer insgesamt 1107 Verkehrsunfälle verzeichnet, was 9,9 Unfälle je Kilometer entspricht. Die Nordverlängerung wird es letzten Endes auf rund 97 Kilometer bringen, was rein rechnerisch an die 960 Unfälle im Jahr bedeuten könnte. Verlagern sich die Verkehrsströme in Größenordnung in die Region, könnten die Zahlen noch ganz anders aussehen. Was die fertige Altmark-Autobahn für Bundesstraßen und das weitere nachgeordnete Straßennetz bedeutet, könne in ihrem Hause nicht ausreichend eingeschätzt werden.

Für die Unterbringung der Behörden des Landes sei das Finanzministerium mit dem Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement zuständig, geht Fischer gegenüber der AZ weiter auf die Standortfrage ein. Flächenbedarf und Anforderungen für die Unterbringung des ZVAD der PI Stendal seien übermittelt worden. Und noch einmal: Der Landesbetrieb schaue sich momentan noch geeignete Flächen in der Kreisstadt an. Kurzum: „Der Standort der Autobahnpolizei ist derzeit noch ungeklärt.“ PI und Revier haben ihren Sitz nebeneinander am Uchtewall. Inwieweit die Autobahnpolizei möglichst nah an einer Auffahrt der A 14 stationiert sein kann und soll, wird sich zeigen. 

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