Endtermin soll nicht wackeln

Autobahn 14 bis Tangerhütte: Im Herbst fallen Bauzäune

Eine der Bauten zwischen Colbitz und Lüderitz. Links bewegen sich die Fahrzeuge auf der B 189, rechts ist die verlängerte A 14 zu sehen. An einigen Stellen verlaufen Bundesstraße und Autobahn besonders dicht beieinander.
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Eine der Bauten zwischen Colbitz und Lüderitz. Links bewegen sich die Fahrzeuge auf der B 189, rechts ist die verlängerte A 14 zu sehen. An einigen Stellen verlaufen Bundesstraße und Autobahn besonders dicht beieinander.

Stendal – Das große Schild mit einer ambitionierten Zeitangabe an der B 189 steht noch immer und soll nicht wackeln. Der Abschnitt der Autobahn 14 zwischen den Anschlussstellen Tangerhütte und Colbitz werde aller Voraussicht nach bis Herbst vollendet sein.

„Nach derzeitigem Bautenstand wird der geplante und öffentlich bekannte Fertigstellungstermin mit Verkehrsfreigabe im November 2020 eingehalten“, teilt Andreas Tempelhof, Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg, der AZ auf Anfrage mit.

Und: „Die Landesregierung schätzt das Jahr 2025 nach wie vor als realistisch ein, um mit dem Bau der A 14 in Sachsen-Anhalt fertig zu sein. “ Inwieweit nicht zuletzt die Coronakrise daran etwas ändern könnte, bleibt abzuwarten.

Die Kosten schnellen weiter in die Höhe. „Nach derzeitigem Kenntnisstand belaufen sich die Kosten für den rund 97 Kilometer langen Streckenabschnitt der A 14 in Sachsen-Anhalt auf rund 973 Millionen Euro.“ Vor etwas mehr als einem Jahr war noch von 955 Millionen Euro die Rede. Nur einmal zur Erinnerung und zum Vergleich: Im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen aus dem Jahr 2004 ist noch von 440 Millionen Euro ausgegangen worden. Die Kosten haben sich also mehr als verdoppelt. „Diese Kosten berücksichtigen neue technische Vorschriften, neue Richtlinien, Umweltbelange sowie die generelle Baupreisentwicklung im Straßen- und Ingenieurbau“, heißt es aus der Landeshauptstadt.

Der besagte gut achteinhalb Kilometer lange Bauabschnitt befindet sich laut Ministerium auf der Zielgeraden. Für die Abschnitte dahinter, Lüderitz (Tangerhütte) bis Stendal und Stendal bis Osterburg, haben die bauvorbereitenden Arbeiten begonnen. Gemeint sind damit zum Beispiel Grunderwerb, vorgezogener Artenschutz und Ersatzmaßnahmen. Allein das brauche noch Zeit, sodass frühestens Ende 2020 mit den Brücken und der eigentlichen Strecke begonnen werden könne. „Für den Abschnitt von Seehausen in Sachsen-Anhalt bis Wittenberge in Brandenburg besteht seit dem letzten Jahr bestandskräftiges Baurecht.“ Für diesen Sommer ist ein gemeinsamer feierlicher Spatenstich mit dem Nachbarn geplant.

Je nach Größe und Umfang besagter Abschnitte betrage die reine Bauzeit rund drei bis vier Jahre. Für die Abschnitte von Dahlenwarsleben bis Wolmirstedt sowie Osterburg bis Seehausen laufen noch die Planfeststellungsverfahren. Für den letztgenannten Bereich wurde, wie bereits vermeldet, der Erörterungstermin in Osterburg für private Einwender aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Unabhängig davon und für das große Ganze gedacht: „Wann der Verkehr auf der A 14 durchgehend von Schwerin rollen wird, hängt auch von dem noch fertigzustellenden Abschnitt von Wittenberge bis Karstädt in Brandenburg ab.“ Dort laufe ebenfalls noch das Planfeststellungsverfahren.

VON MARCO HERTZFELD 

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