Erster Weltkrieg Thema im Altmärkischen Museum / Viele regionale Exponate

Ausstellung gibt der „Geschichte ein Gesicht“

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Die Ausstellung zeigt unter anderem die Marke eines Soldaten und das dazugehörende Soldbuch.

Stendal. Das Altmärkische Museum ist immer für eine Überraschung gut.

Im Eisenhüttenwerk in Thale (Harz) sind die Stahlhelme hergestellt worden.

Nicht nur, weil die Wanderausstellung „Heimat im Krieg 1914/18 – Spurensuche in Sachsen-Anhalt“ in Stendal startet und morgen, 15 Uhr, eröffnet wird; vielmehr gewähren Stendaler Familien Einblicke in ihre Geschichte. Dadurch konnte Museumsleiterin Gabriele Bark lokale historisch-biografische Anknüpfungspunkte zum Thema Erster Weltkrieg schaffen. Die drei Familien stellten dem Altmärkischen Museum Soldbuch, Militärpass, Soldatenmarke, Sterbeurkunde und Fotos zur Verfügung. Dadurch gelingt es Bark ihrem Anspruch, „der Geschichte ein Gesicht“ geben zu wollen, gerecht zu werden. Gezeigt werden auch Briefe, die sich die Familienmitglieder untereinander geschrieben haben. Aber auch das Stendaler Stadtarchiv hat einige Exponate bereitgestellt. So sind Bilder vom ehemaligen Exerzierplatz der Husaren in der Osterburger Straße zu sehen. Dort wurde am 3. September 1914 ein Gefangenenlager mit zehn russischen Gefangenen eingerichtet. Im Dezember lebten dort bereits mehr als 12 000. Zu sehen ist auch die Ausgabe des „Tangermünder Anzeiger“ vom 21. August 1914. Darin wird vom „Großen Sieg der Deutschen in Lothringen“ berichtet.

Mit der Ausstellung soll auch verdeutlicht werden, dass der Erste Weltkrieg Auswirkungen in alle Familien hinein hatte, sagt Susanne Kopp-Sievers vom Museumsverband Sachsen-Anhalt, der 1990 gegründet wurde und durch das Land gefördert wird. Er berät seine Mitglieder in Fragen zur Museumsarbeit und versteht sich als Multiplikator in museumsrelevanten Dingen und vermittelt Kontakte zu Fachleuten. Die Vernetzungsprojekte der Museen werden durch den Museumsverband beraten und betreut. Die Ausstellung in Stendal ist eine Kooperation der Arbeitsgruppe „Heimat im Krieg“ der Guericke-Universität und des Museumsverbandes. Die Vorbereitungen dauerten zwei Jahre, das Budget umfasste lediglich 69 000 Euro. Wenig im Vergleich zu Ausstellungen in Landesmuseen.

Eröffnet wird die Ausstellung am morgigen Sonntag, 15 Uhr, im Forum Katharinenkirche von Schirmherr Detlef Gürth (CDU), Präsident des Landtags, und Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). Unter anderem lesen Schauspieler des TdA aus Feldpostbriefen.

Von Arno Zähringer

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